Digitale Kunst- und Bildgeschichte

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Digitale Kunst- und Bildgeschichte – was ist das?

Der Begriff der Digitalen Bild- und Kunstgeschichte ist in Anlehnung an den Begriff der Digitalen Geisteswissenschaften gebildet. Die Definition dieses neuen Gebietes fand bislang vor allem in den angelsächsischen Ländern statt. International hat sich der Begriff Digital Humanities, neben eHumanities, etabliert. Der Einsatz des Computers in den Geisteswissenschaften ging vor allem von denjenigen Forschungsgebieten in den Philologien aus, die sich mit quantitativen Auswertungen von Texten beschäftigten (Computerlinguistik). Aber auch in den bild- und objektbezogenenen Wissenschaften – also auch der Kunst- und Bildgeschichte – wurden Computer früh in der Forschung eingesetzt. Dabei spielten neben der quantitativen Analyse vor allem auch die digitale Erfassung und Repräsentation der Objekte, der Bilder und ihrer historischen Kontexte eine große Rolle. Digitale Methoden und Technologien wurden beispielsweise für die Erstellung von Objektkatalogen, Bilddatenbanken oder Architekturmodellen eingesetzt.

Digitale Kunst- und Bildgeschichte ist nicht mit Digitaler Kunst oder Medienkunst gleichzusetzen, auch wenn es Überschneidungen gibt. Während erstere im Einsatz von digitalen Dokumentations-, Analyse- und Kommunikationsmitteln in der kunst- und bildgeschichtlichen Forschung besteht, meint letztere die Kunstproduktion unter Verwendung oder im Medium digitaler Techniken. Was unter dem Begriff der digitalen Bildgeschichte oder Kunstgeschichte im Einzelnen zu verstehen ist, befindet sich in Diskussion (Das Feld der Digitalen Kunstgeschichte).

Digitale Formate bilden immer mehr unseren Zugang zum Kulturerbe und eröffnen zugleich neue Möglichkeiten der Erschließung von Materialien und Diskursen in Forschung und Lehre (Verbindung von Bild- und Objektrepräsentationen mit Quellen- und Forschungstexten; eLearning). Zugleich haben die neuen Technologien direkten Einfluss auf die Fragen, die ForscherInnen an ihre Gegenstände stellen. Sie beeinflussen damit die Schwerpunkte und Methoden, an und mit denen das Fach arbeitet.

Es ist allgemeine Auffassung, dass noch erheblicher Handlungsbedarf besteht, um die Potentiale der digitalen Technologien auszunutzen, aber auch um die Herausforderungen, die sich dadurch stellen, zu beherrschen. Eine zusammenfassende Formulierung verschiedener Desiderate findet sich in der Züricher Erklärung, die am 27. Juni 2014 von zahlreichen im Bereich der Digitalen Kunstgeschichte tätigen Kolleginnen und Kollegen verfasst wurde.

Ansprechpartner

Dr. Georg Schelbert, Leiter der Mediathek
Prof. Dr. Kai Kappel, Professur für Architekturgeschichte und Städtebau
Dr. Matthias Bruhn, Das Technische Bild

Simon Kwauka, IT-Administration