24. Januar – 14. März 2004 Ausstellung Antike, Kunst und das Machbare. Früher Eisenkunstguss aus Lauchhammer.

Antike, Kunst und das Machbare. Früher Eisenkunstguss aus Lauchhammer.

Ausstellung in der Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin. 24. Januar bis 14. März 2004

Eröffnung

Am 24. Januar 2004 um 19:00 Uhr. Führungen nach Vereinbarung möglich. Am 31. Januar 2004: Lange Nacht der Museen – Stündliche Kurzführungen ab 19:00.

Ausstellungsort

Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin
Schloßstrasse 69b
D-14059 Berlin
Öffnungszeiten: Do-So 14-17 Uhr
Eintritt frei

Kontakt und Ansprechpartner

Sandra König
T: 0178.7314935
eMail: sandra.koenig2@gmx.de

Dr. Charlotte Schreiter
T: +49(0)30.2093-4314
eMail: charlotte.schreiter@culture.hu-berlin.de

Pressemitteilung (pdf)


Faustina Minor (Eisen, 1992, Kunstgussmuseum Lauchhammer, Nachguss nach einem Gipsmodell von 1784, nach einem Vorbild aus Rom, Capitolinische Museen)


Bereits gut zwei Jahrzehnte vor dem Beginn der preußischen Gießereien konnte sich Lauchhammer durch seine für ihre gute Qualität gerühmten Produkte auf dem Markt behaupten. Seit 1776 zum Besitz des sächsischen Konferenzministers Detlev Carl Graf von Einsiedel gehörend, gelang hier 1784 der erste Guss einer großformatigen Statue, der heute verschollenen Bacchantin. Zur Kundschaft zählten vor allem der niedere Adel und das gehobene Bürgertum, die sich Antikennachbildungen aus den teuren Materialien Marmor und Bronze nicht leisten konnten, aber dennoch dem Vorbild des höheren Adels in der Ausschmückung von Häusern und Gärten folgen wollten. Die Materialeigenschaften des Gusseisens ließen es dabei zu, die Stücke sowohl im Innen- als auch Außenbereich aufzustellen. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich auch die Figurenöfen, bei denen Büsten oder Statuen als beheizbare Ofenaufsätze verwendet wurden.


Sog. Bacchantin (Reproduktion aus dem Stichwerk »Recueil des marbres antique qui se trouvent dans la Galerie du Roi de Pologne à Dresden«, Baron Raymond LePlat, 1733, Taf. 21). Nach diesem Vorbild wurde die Bacchantin von 1784 gegossen.


Die Gussmodellsammlung des Grafen von Einsiedel

Als Modelle für die Antikennachbildungen diente eine vom Grafen von Einsiedel angelegte Gussmodellsammlung. Vorlagen hierfür fand der Graf vor allem in der Dresdner Antikensammlung, die er aufgrund seines hohen Amtes nutzen konnte. Im Mittelpunkt der Charlottenburger Ausstellung stehen die Gussvorlagen aus Gips, die sich bis heute erhalten haben und derzeit im Kunstgussmuseum Lauchhammer aufbewahrt werden. Sie werden durch einige ausgewählte Eisengüsse ergänzt. Mittels der Modelle und Güsse werden die künstlerischen, historischen, kulturellen und technischen Bedingungen der Lauchhammerproduktion untersucht. Auch bietet sich in der Abguss-Sammlung die besondere Gelegenheit, die Gussvorlagen und Güsse aus Lauchhammer mit modernen Abgüssen der originalen Antiken zu konfrontieren.


Torso eines Niobe-Sohnes, so genannter »Ältester« (Gips, zwischen 1780 u. 1825, Kunstgussmuseum Lauchhammer, nach einem antiken Vorbild aus Florenz, Uffizien


Die Publikation zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband aus der Pegasus-Reihe:
Pegasus – Berliner Beiträge zum Nachleben der Antike 5 (Hrsg. Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance, Kunstgeschichtliches Seminar der Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)

Die Publikation ist zum Preis von 15 EUR vor Ort in der Abguss-Sammlung erhältlich.

Beteiligte Institutionen

– Lauchhammer AG unter der Leitung von Fr. Dr. Schreiter (www.census.de)
– Hr. Frotscher und das Kunstgussmuseum Lauchhammer (www.technikmuseen.de)
– Hr. Dr. Stemmer und die Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin (www.abguss-sammlung-berlin.de)
– Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance, Kunstgeschichtliches Seminar der Humboldt-Universität Berlin
– Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
– Stiftung Preußische Seehandlung