Workshop “John Michael Krois: Grundzüge der Philosophischen Ikonologie”

Workshop “John Michael Krois: Grundzüge der Philosophischen Ikonologie”

John Michael Krois (1943–2010) hat in seinem Spätwerk an der Entwicklung einer philosophischen Ikonologie gearbeitet, die Problemen der Bildwissenschaft durch die Integration der Symbolphilosophie Ernst Cassirers, der Semiotik Charles S. Peirce‘ sowie weiterer verkörperungsphilosophischer Ansätze begegnen sollte. Dabei werden Bilder als ikonische Formen verstanden, die weder auf Konventionalität noch medial auf Visualität reduziert werden können, sondern in der Wechselwirkung von Artefakt und Betrachter, Bildkörper und Körperschema verankert sind.

Mit „ikonischen Formen“ sind Krois zufolge Übergangsfelder semiotischer Prozesse gemeint, die sich gleichzeitig durch Vagheit und Konkretheit auszeichnen und die auf der physiologischen Ebene ihren Ausgang nehmen. Sie sind jenes entscheidende Element, von dem aus eine umfassende, natürliche und kulturelle Gestaltungsformen gemeinsam erörternde Philosophie der Form entwickelt werden soll.

Im Workshop „Grundzüge der Philosophischen Ikonologie“ werden sowohl publizierte als auch nachgelassene Texte von John M. Krois in einem close reading diskutiert. Weiterentwicklungen sowie alternativen Entwürfen einer Philosophischen Ikonologie soll ebenfalls Raum gegeben werden. Impulsreferate in einer Länge von 5. Min. sind ausdrücklich erwünscht.

Textgrundlage

  1. Kultur als Symbolprozess. Philosophische Konsequenzen eines Paradigmenwechsels in: John M. Krois: Bildkörper und Körperschema, hg. von Horst Bredekamp/Marion Lauschke, Berlin 2011, (Actus et Imago 2), S. 64–75.
  2. Synaesthesia and the Theory of Signs in: John M. Krois. Bildkörper und Körperschema, hg. von Horst Bredekamp/Marion Lauschke, Berlin 2011, (Actus et Imago 2), S. 162–175.
  3. Experiencing Emotion in Depictions. Being Moved without Motion? in: John M. Krois. Bildkörper und Körperschema, hg. von Horst Bredekamp/Marion Lauschke, Berlin 2011, (Actus et Imago 2), S. 232–251.
  4. Philosophy and Iconology, unveröffentlichtes, unkorrigiertes Nachlassmanuskript. Eine Verwertung ist nicht zulässig. Die Rechte liegen bei Horst Bredekamp.
  5. Images and Pictures in the Iconic Process, unveröffentlichtes, unkorrigiertes Nachlassmanuskript. Eine Verwertung ist nicht zulässig. Die Rechte liegen bei Horst Bredekamp.

Zeit: Donnerstag, 12.02.2015, 14–18 Uhr
Ort:  Bildakt-Kolleg, Charlottenstraße 42 (Ecke Dorotheenstraße), 10117 Berlin, 3. Stock.
Veranstalter: Forschergruppe “Ikonische Formprozesse”, Humboldt-Universität zu Berlin

Um Anmeldung bei Frau Jutta Putschner (jutta.putschner@hu-berlin.de) wird gebeten.
Der Eintritt ist frei.