Kathrin Müller: Musterhaft naturgetreu – Tiere in Seiden, Zeichnungen und Tapisserien des 14. und 15. Jahrhunderts

Kathrin Müller

Musterhaft naturgetreu

Tiere in Seiden, Zeichnungen und Tapisserien des 14. und 15. Jahrhunderts

Neue Frankfurter Forschungen zur Kunst
Band 21
Sofort lieferbar. Erschienen Oktober 2019

Zum Wandel in der Seidenornamentik des Spätmittelalters

Das Buch verknüpft auf innovative Weise die Analyse von Tierdarstellungen in drei unterschiedlichen Objektgruppen – in Seiden, Zeichnungen und Tapisserien. Es verdeutlicht die medialen Manifestationen höfischer Identität und bietet damit auch eine neue Sicht auf den Naturalismus in den Bildkünsten des 15. Jahrhunderts.

Spätmittelalterliche Seiden zeichnen sich durch eine große Vielfalt an lebhaften Tiermustern aus. Als jedoch im frühen 15. Jahrhundert abstrakte Pflanzemotive aufkamen, verschwanden die Tiere. Diesem Fortgang der Tiere widmet sich das Buch. Kathrin Müller analysiert die figürlich gemusterten Seiden als Medien höfischer Imaginations- und Identitätswelten. Ihre Protagonisten sind die Tiere der Jagd, die seit der Zeit um 1400 auch von Künstlern wie Antonio Pisanello studiert wurden. Im höfischen Kontext entstanden nun beeindruckend naturalistische Tierzeichnungen. Zugleich wurden die Tapisserien zum Terrain naturgetreuer Tierdarstellungen. Sie machten die Freuden der Jagd im großen Stil erfahrbar.

368 S. m. 79 Farb- u. 118 sw-Abb., 17 x 24 cm, Hardcover
ISBN 978-3-7861-2824-3
79,00 € [D]

Die Autorin
Kathrin Müller ist Professorin für Bildkulturen des Mittelalters am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin.

Schlagworte
Textilkunst; Seide; Seidenweberei; Textilmuster; Ornament; Zeichnung; Tapisserie; Tierdarstellung; Naturalismus; Antonio Pisanello; Giovannino de Grassi; Hof; höfische Jagd; höfische Liebe; Devise; Reisebericht; Marco Polo; Kulturtransfer; Kunsthandwerk; Otto von Falke

Verleihung des ‚Rudolf Arnheim-Preises für den wissenschaftlichen Nachwuchs‘

Pressemitteilung zur Verleihung des ‚Rudolf Arnheim-Preises für den wissenschaftlichen Nachwuchs‘ des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin am 8. November 2019

 

 Das Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin zeichnet jährlich eine herausragende, am IKB absolvierte Dissertation mit dem ‚Rudolf Arnheim-Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs‘ aus.
Der Preis wird vom ‚Verein zur Förderung des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität e.V.‘ gestiftet und ist mit 1.000 € dotiert. Er wird bei der Absolventenfeier des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte am 8. November 2019 im Senatssaal der Humboldt-Universität feierlich verliehen.

In diesem Jahr wird Tobias Weißmann für die Arbeit ‚Gran teatro del mondo. Kunst, Klang und Musik im Dienst der internationalen Festkultur im barocken Rom‘ ausgezeichnet. Die interdisziplinäre, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft verknüpfende Studie leistet eine Neubestimmung der barocken Repräsentation aus dem Zusammenspiel von Bild und Ton.
Die Laudatio hält Prof. Dr. Horst Bredekamp.

Weiter Informationen finden Sie unter:
http://www.kunstgeschichte.hu-berlin.de/veranstaltungen/absolventenfeier-des-ikb/

 

 

über sehen

über sehen – bronzeportraits aus dem kunstarchiv beeskow

Ausstellung von Studierenden des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit dem Kunstarchiv Beeskow und mit Fotografien von Barbara Herrenkind unter der Projektleitung von Vert.-Prof. Dr. Katja Bernhardt (Professur Kunstgeschichte Osteuropas) und Dr. Angelika Weißbach (Kunstarchiv Beeskow)

4. Juni – 12. Juli 2019 online und im Foyer der Georgenstr. 47 in Berlin
30. Mai – 22. September 2019 im Kunstarchiv Beeskow

 

Ausstellung “über sehen” im Foyer der Georgenstr. 47, Humboldt-Universität zu Berlin (Foto: Katja Bernhardt)

1992/93 wurde in Beeskow ein Archiv eingerichtet, in das Kunstwerke überführt wurden, die sich in Einrichtungen der Massenorganisationen der DDR befunden hatten. Also Auftragskunst? Die Folgerung ist nicht falsch und doch ein Kurzschluss. Sie verstellt den Blick für die Vielschichtigkeit der Werke, ihre Entstehungs- und Rezeptionskontexte.

Vor dem Hintergrund der immer wieder aufflammenden Diskussion über den Umgang mit Kunst aus der DDR haben wir in dem Seminar „Kunst in der DDR. Praktische und theoretische Annäherung” (Wintersemester 2018/19) die Kunstwerke selbst ins Zentrum unserer Analyse gestellt und dafür die Portraitplastik gewählt. Das Menschenbild war das zentrale Thema der Kunst der DDR. Der Sozialismus sollte dem Menschen dienen; der Mensch sollte die Zukunft erschaffen. Dafür wurden Vorbilder gebraucht, die im Portrait anschaulich wurden. Aber auch das allein ist zu kurz gegriffen: Immer sind die Werke auch ein Nachsinnen über die portraitierte Person, über den Menschen schlechthin und sein Sein in der Gesellschaft. Am Portrait – so unsere These – werden die Spannungen zwischen Theorie und Praxis des Sozialismus, zwischen dem Ideal und seiner Kritik, zwischen ideologischer Forderung und dem Aushandeln künstlerischer Spielräume greifbar.

Im Zuge des Seminars entstand die Idee zu einer dreiteiligen Ausstellung, die im Sommersemester 2019 realisiert wurde. Die von uns analysierten Bronzen wurde im Kunstarchiv Beeskow in einer Sonderausstellung präsentiert. Eine Onlineausstellung machte die Studien der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer zugänglich. Die Texte wurden dabei von Fotografien, die die Fotografin Barbara Herrenkind von den Portraits anfertigte, begleitet. Für die einzelnen Webseiten wurden QR-Codes erstellt, die ihrerseits zu eigenständigen Ausstellungsobjekten und als solche zu einer Ausstellung im Foyer des Fakultätsgebäudes (Berlin, Georgenstr. 47) zusammengestellt wurden. Auf diese Weise holten wir die Werke an einen öffentlichen Ort zurück. Es war damit eine Form gewählt, die die Abwesenheit der Objekte thematisierte und vermittels des Prozesses der Medialisierung zugleich ermöglichte, über ihre frühere Funktion nachzudenken.

Das Seminar und anschließende Projekt wurde mit dem Fakultätspreis für gute Lehre der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin 2019 ausgezeichnet.

Hans Jakob Meier: Die Kunst der Interpretation. Rubens und die Druckgraphik

Hans Jakob Meier

Die Kunst der Interpretation. Rubens und die  Druckgraphik

Peter Paul Rubens (1577-1640) führte die Bildmedien Kupferstich und Holzschnitt zu einer koloristischen Qualität, die es in der Druckgrafik bis dahin nicht gegeben hatte. Die unter ihm geschaffenen Leistungen druckgrafischer Interpretation von Malerei markieren einen Wendepunkt für die gesamte weitere Entwicklung des Bilddrucks. Im Mittelpunkt des vorliegenden Buches steht in exemplarischer Auswahl die Analyse der einzelnen Schritte druckgrafischer Produktion, die unter der Aufsicht von Rubens nach dessen Gemälden geschaffen wurde. Das Spektrum umfasst – neben den Holzschnitten und Kupferstichen selbst – Ölskizzen, Gemälde, Zeichnungen, modelli und korrigierte Probedrucke. Das Buch folgt den Bänden zur französischen und italienischen Druckgrafik wird von einem umfänglichen themenbezogenen Quellenteil flankiert.

Deutscher Kunstverlag
592 Seiten
Buchausgabe (D): 98,00 €
ISBN-13: 9783422980648

Weitere Informationen finden Sie HIER.

Anett Werner-Burgmann, Marcus Becker, Matthias Bruhn, Annette Dorgerloh, Luisa Feiersinger (Hg.): BildFilmRaum. Zwischen den Disziplinen

Anett Werner-Burgmann, Marcus Becker, Matthias Bruhn, Annette Dorgerloh, Luisa Feiersinger (Hg.)

BildFilmRaum. Zwischen den Disziplinen

Bewegte Bilder sind seit dem Beginn der Moderne aus dem Alltag und heute auch aus dem wissenschaftlichen Geschäft vieler Disziplinen nicht mehr wegzudenken. Wie kaum ein anderes Medium ist der Film dazu geeignet, einen Dialog zwischen den Disziplinen anzuregen. BildFilmRaum versammelt Beiträge unterschiedlichster Fachrichtungen, die mit ihrem methodischen Rüstzeug neue und überraschende Zugänge zum bewegten Bild eröffnen. An einem Paradestück der Filmgeschichte, Alfred Hitchcocks North by Northwest, zeigt sich unter anderem, wie Filmwissenschaft, Kunst- und Bildgeschichte, Geschichte oder Musikwissenschaft aus ihrem Blickwinkel heraus den Filmklassiker neu erschließen. Das Buch versteht sich als Handreichung für alle Interessentinnen und Interessenten der Bewegtbildforschung und
will zum interdisziplinären Nachdenken über die
enge Verbindung von Bild, Film und Raum ermuntern.

Eine Leseprobe finden Sie HIER.

VDG Weimar
Band 3 SCENOGRAPHICA – Studien zur Filmszenographie
Softcover
17×24cm • 566 g
232 Seiten
144 Abbildungen, davon 100 in Farbe
Buchausgabe (D): 38,00 €
ISBN: 978-3-89739-862-7

Krista Kodres/Kristina Jõekalda/Michaela Marek (Eds.): A Socialist Realist History? Writing Art History in the Post-War Decades

Krista Kodres / Kristina Jõekalda / Michaela Marek (Eds.):
A Socialist Realist History?
Writing Art History in the Post-War Decades

Erschienen im Böhlau Verlag

How did the Eastern European and Soviet states write their respective histories of art and architecture during 1940s–1960s? The articles address both the Stalinist period and the Khrushchev Thaw, when the Marxist-Leninist discourse on art history was „invented“ and refined. Although this discourse was inevitably „Sovietized“ in a process dictated from Moscow, a variety of distinct interpretations emerged from across the Soviet bloc in the light of local traditions, cultural politics and decisions of individual authors. Although the new „official“ discourse often left space open for national concerns, it also gave rise to a countermovement in response to the aggressive ideologization of art and the preeminence assigned to (Socialist) Realist aesthetics.

Erschienen: 2019

Ca. 264 S., ca. 70 s/w-Abb., 24 x 17 cm Gb.
Preis: ca. € 50.00 [D]  |   ca. € 52.00 [A]

978-3-412-51161-6

T. Zürn, S. Haug, T. Helbig: Bild, Blick, Berührung Optische und taktile Wahrnehmung in den Künsten

TINA ZÜRN, STEFFEN HAUG, THOMAS HELBIG (HG.)

Bild, Blick, Berührung
Optische und taktile Wahrnehmung in den Künsten

Digitale Kulturtechniken beeinflussen das Verhältnis von Bild, Blick und Berührung grundlegend. Der Band ist der Frage gewidmet, wie sich unsere visuelle und taktile Wahrnehmung historisch herausgebildet hat und aktuell verändert.

Welche Auswirkungen hat das Berührungsgebot von Tastbildschirmen auf die Kunstrezeption? Wandelt sich aufgrund der neuen Vorrangstellung der Hand etwas an unserem Tast-Verlangen gegenüber den Werken der Kunst? Oder befriedigen wir diese Lust im Umgang mit den Alltagsbildern, die mit einer Wischbewegung hervorgezaubert und wieder zum Verschwinden gebracht werden? Mit welchen Wer- ken antworten Künstlerinnen und Künstler auf den Dualismus von Sehen und Tasten? Einerseits geht es um eine Standort-Bestimmung der Gegenwart. Von ebenso großer Bedeutung ist die Wahrneh- mungsgeschichte optisch-taktiler Erkenntnisprozesse. Das digitale Zeitalter wird sich in diese Ge- schichte einreihen und sie zugleich verändern.

2019. VIII + 236 Seiten, 115 s/w und 32 farb. Abb., kartoniert € 59,00
ISBN 978-3-7705-6190-2

Burchert, Linn: Das Bild als Lebensraum. Ökologische Wirkungskonzepte in der abstrakten Kunst, 1910-1960

Linn Burchert
Das Bild als Lebensraum

Ökologische Wirkungskonzepte in der abstrakten Kunst, 1910-1960

Schon um 1910 konzipierten zahlreiche Maler ihre Werke als Environments: In ihren Schriften legten sie dar, wie ihre abstrakten Bilder eine heilsame und vitalisierende Wirkung auf die Betrachtenden entfalten sollten, wobei Klima, Sonne, Luft und natürliche Rhythmik als Vergleiche herangezogen wurden.

Linn Burchert formuliert das Modell des Lebensraumes als wesentliche Bildauffassung so unterschiedlicher Künstler wie Wassily Kandinsky, Yves Klein, Max Burchartz und anderer. Dabei zeigt sich, dass ökologische Ideen schon vor den 1960er Jahren in die Kunst Einzug hielten und auf welche vielfältigen Quellen der Wissenschafts- und Ideengeschichte Künstler zur Begründung ihrer Ideen rekurrierten.

https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4545-3/das-bild-als-lebensraum