28. April 2010 – Ringvorlesung “The Villa of the Entranced”

Ringvorlesung

“The Villa of the Entranced”

Anna Konik

28. April, 19.30 Uhr

Künstlergespräch und Ausstellungseröffnung
in der Stiftung Brandenburger Tor,
Max Liebermann Haus , Pariser Platz 7
D-10117 Berlin

Begrüßung
Prof. Horst Bredekamp

Künstlergespräch
Ariane Beyn (DAAD)

Buchvorstellung (vor Ort zu erwerben)
Anna Konik (Hg.):
Projectspace DOR28 / Video als Raum

Ausstellung
Mo–Fr 10–18 Uhr, Eintritt frei

Die Villa des Wissenschaftskollegs zu Berlin im Bezirk Grunewald – einem großbürgerlichen Viertel, in dem vor dem Zweiten Weltkrieg viele jüdische Familien wohnten – ist heute ein Ort, an dem herausragende Wissenschaftler aus der ganzen Welt für ein Jahr zurückgezogen nachdenken können. Diesen Ort mit seinen illustren Bewohnern untersucht Anna Konik in ihrer Arbeit The Villa of the Entranced als eine Pforte zu einer anderen Wirklichkeit. Für sie bezaubert diese Villa ähnlich wie Jorge Luis Borges‘ Bibliothek von Babel, den Besucher durch ihr Modell eines Universums aus Texten, die die Gesamtheit aller möglichen Gedanken darstellen. Bei Borges heißt es: „Sämtliche Bücher, wie verschieden sie auch sein mögen, [bestehen] aus den gleichen Elementen: dem Raum, dem Punkt, dem Komma, den zweiundzwanzig Lettern des Alphabets. … In der ungeheuer weiträumigen Bibliothek gibt es nicht zwei identische Bücher.“

Diese neueste Video-Installation von Anna Konik knüpft an frühere Projekte an – Transparency (2002/2004), In the Middle of the Way (2001-2007 work in progress), oder Our Lady`s Forever (2007) handelten von Einzelschicksalen und all dem was mit einem flüchtigen Blick nicht wahrnehmbar ist. Im Unterschied zu früheren Arbeiten bezieht sich das Projekt The Villa of the Entranced nicht auf bestimmte menschliche Schicksale, sondern konzentriert sich auf die Emotionalität eines Ortes.

The Villa of the Entranced besteht aus mehreren Simultanprojektionen. Der Raum und die Fortbewegung des Betrachters darin sind die Elemente, nach der sich die Wahl des Standortes der Projektionen ausrichtet. Die Bewegung verbindet sie miteinander und der so erschlossene Raum bezieht sich auf die architektonische Form des Gebäudes der Villa, wie es bereits bei der ersten Präsentation des Projektes in der Nationalgalerie Zachęta in Warschau (2009) zu sehen war. Indem der Betrachter durch eine Tür in die Projektion der Fassade eintritt, überschreitet er eine imaginäre Grenze zwischen der äußeren realen und der inneren illusionistischen Welt. Der Betrachter taucht ein in eine Reihe assoziativer, vervielfältigter Reflexionen und Spiegelungen des Hauses und seiner Elemente. Die Projektionen haben keine lineare Konstruktion und keinen Zeitverlauf. Es ist eine Betrachtung des Inneren – eine Interiorisierung der Ansicht. Die Kamera liefert keine objektive Sicht, sie ist eine weitere Vervielfältigung. Die Tonspur dient zur Verstärkung dieser Vervielfältigung und lässt sie unwirklich erscheinen: Eine Kakophonie aus Tönen, archivierten Vorträgen oder Geräuschfragmenten, die durch das Gebäude und seine Bewohner erzeugt werden. Es ist eine visuelle und tonale Dekonstruktion und Fragmentierung logischer Gedankenstränge, die sich auf eine Vielzahl möglicher Räume und Labyrinthe des Geistes beziehen.

Anna Konik, Geboren 1974, Lebt und arbeitet in Berlin, Warschau und Dobrodzień (www.annakonik.art.pl)

26. April 2010 – eSciDoc-Anwendertreffen

eSciDoc-Anwendertreffen

Am 26. April 2010 findet an der Humboldt-Universität in Berlin ein Anwendertreffen für Nutzer der eSciDoc-Infrastruktur statt. Alle Interessierten im Raum Berlin/Brandenburg, aber auch darüber hinaus sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Zweck des Treffens ist

  • eine Vernetzung der Nutzer im Raum Berlin/Brandenburg (wobei wir das geographisch nicht so eng sehen),
  • die Diskussion von eSciDoc-Datenmodellen anhand konkreter Vorhaben und
  • geeignete Vorgehensweisen für die Implementierung eigener Solutions.

Die Veranstaltung findet am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität,
Dorotheenstr. 28, 10117 Berlin (1.OG links – ehemaliger Lesesaal) statt.
Beginn der Veranstaltung ist um 10 Uhr, das Ende voraussichtlich gegen 16 Uhr.

FIZ Karlsruhe wird dabei durch Matthias Razum vertreten sein.

Sollten Sie Interesse haben, sind Sie herzlich eingeladen. Über eine kurze Rückmeldung zwecks besserer Planung per email an matthias.razum@fiz-karlsruhe.de oder karsten.asshauer@culture.hu-berlin.de würde uns freuen.

Das Anwendertreffen wird organisiert vom FIZ Karlsruhe (eSciDoc) sowie dem Projekt Imago_Mediathek der Mediathek des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte (Tatjana Bartsch, Karsten Asshauer und Jörg Busse).

Weitere Informationen: Projekt-Wiki der Mediathek

16. April 2010 – REQUIEM Studientag Grabmal und Körper

REQUIEM Studientag

Grabmal und Körper.

Zwischen Repräsentation und Realpräsenz in der Frühen Neuzeit

16. April 2010

Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Dorotheenstr. 28
10117 Berlin
Raum 111 (im Erdgeschoss)
www.requiem-projekt.de

Programm

PDF – Flyer

09:15-09:30 Uhr Horst Bredekamp (Berlin): Begrüßung

Sektionsleitung: Arne Karsten

09:30-10:30 Uhr Philipp Zitzlsperger (Berlin): Einführung
Formwandel und Körperwanderung in Rom – Vom Kardinalsgrabmal zum Kenotaph

10:30-11:00 Uhr Kaffee

11:00-12:00 Uhr Anett Ladegast (Berlin):
Gesichter des Todes – Gesichter des Lebens.
Zum Verhältnis von Körper und Porträt an römischen Grabmälern um 1500

12:00-13:00 Uhr Judith Ostermann (Berlin):
Das tote Grabbild eines Regenten und Reformers – Simulacrum des verehrten Körpers

13:00-15:00 Uhr Mittagspause

Sektionsleitung: Horst Bredekamp

15:00-16:00 Uhr Laura Goldenbaum (Berlin/ Florenz):
Der Zeugniswert des Körpers oder ‘anima forma corporis’.
Der quattrocenteske Bronzegisant des Sieneser Rechtsgelehrten Mariano Sozzini

16:00-16:30 Uhr Kaffee

16:30-17:30 Uhr Ruth Slenczka (Berlin):
Bemalte Bronze hinter Glas? Luthers Grabplatte in Jena 1571 als ‘protestantische Reliquie’

17:30-18:30 Uhr Kristin Marek (Karlsruhe/ Bochum):
Erscheinungsweisen bildlicher Präsenz: Körper, Verkörperung und Repräsentation am Grabmal

Anschließend Umtrunk und Feier

Die Tagung ist öffentlich und gebührenfrei.

Vom Anker zum Krähennest

Vom Anker zum Krähennest.

Nautische Bildwelten von der Renaissance bis zum Zeitalter der Photographie

12. April 2010, 9:00 Uhr

Centro Tedesco di Studi Veneziani
Deutsches Studienzentrum in Venedig
Palazzo Barbarigo della Terrazza
Kaminzimmer
S.Polo 2765/a Calle Corner
I-30125 Venezia
http://www.dszv.it

Programm (pdf)

Internationaler Studientag / International Workshop

„Vom Anker zum Krähennest:
Nautische Bildwelten von der Renaissance bis zum Zeitalter der Photographie“

“From the Anchor to the Crow’s Nest:
Naval Imagery from the Renaissance to the Age of Photography”

Am Deutschen Studienzentrum in Venedig findet am 12. April 2010 der ganztägige Internationale Studientag „Vom Anker zum Krähennest: Nautische Bildwelten von der Renaissance bis zum Zeitalter der Photographie“ statt (9.00-18.30 Uhr, Kaminzimmer des Palazzo Barbarigo della Terrazza). Die von Dr. Nicole Hegener konzipierte und mit Prof. Dr. Lars U. Scholl organisierte Veranstaltung ist eine Kooperation des Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin mit dem Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven, der Universität Bremen und dem Deutschen Studienzentrum in Venedig.

Das Meer zu dominieren, war bis zum Zeitalter der Luft- und Raumfahrt eine der größten Herausforderungen des Menschen. Das Schiff ist daher seit der Antike eine der mächtigsten Metaphern für das menschliche Leben und herrscherliche oder staatliche Macht. Entsprechend häufig trifft man – nicht nur in Hafenstädten und an den Küsten – auf Schiffsmotive in der bildenden Kunst, Literatur und Politik. Die kunst- und kulturwissenschaftliche Forschung richtete ihr Interesse vornehmlich auf Aspekte einer Epoche oder eines bestimmten künstlerischen Mediums: Schiffsdarstellungen z.B. auf antiken Münzen, Marinemalerei in den Niederlanden, Schiffsbaukunst, Geschichte der Seefahrt, Rekonstruktion von Seeschlachten, Schiffstragödien. In der umfangreichen Literatur wurden jedoch nur selten Brücken zwischen den Disziplinen und Epochen geschlagen.

Im Deutschen Studienzentrum in Venedig stellen am 12. April 2010 ausgewiesene Fachleute aus Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, Italien, Frankreich, Polen und den USA ihre laufenden Forschungen zum Schiff zur Diskussion, jeder aus der Perspektive seines Faches: Kunst- und Architekturgeschichte, Geschichte und Politik, Kultur- und Literaturwissenschaft, Schatzkunst und Photographie. Zu den Themen zählen u.a. Hamlet und sein ruderloses Boot, nautische Motive in Heraldik und Emblematik, das Schiff als Kunstwerk, das barocke Schiffsheck als Architekturprospekt und die Schiffsphotographie. Der Untersuchungszeitraum konzentriert sich im wesentlichen auf Europa und die dort entstandenen Werke. Zeitlich wird eine Brücke von der Antike und dem frühen Christentum bis zum Zeitalter der Photographie und der Moderne geschlagen. Zu fragen ist nach den Konstanten und Veränderungen der Schiffsikonographie in den Städten und an den Herrscherhöfen. Welche Leitthemen lassen sich beispielsweise für das Staatschiff in den verschiedenen Medien und Epochen aufzeigen? In welcher Weise werden das Schiff und nautische Motive für Repräsentationszwecke eingesetzt? Woran läßt sich der Bedeutungswandel von Schiffsmetaphern und Schiffsmonumenten von der Antike zur Moderne festmachen? Im Fokus stehen Kunstwerke, die nicht allein der Illustration von Kultur und Geschichte dienen, sondern als selbständige Artefakte auf ihre künstlerische und politische Dimension hin analysiert werden. Aufgrund des interdisziplinären und interkulturellen Ansatzes sind überraschende Ergebnisse zu erwarten.