04. Juli 2012 – Kunstgeschichte und neue Anthropologie

Im Rahmen der Berlin-Potsdamer Vortragsreihe Perspektiven der Bildforschung laden die Kolleg-Forschergruppen Bildakt und Verkörperung und BildEvidenz, die Forschungsgruppe Das Technische Bild sowie die Graduiertenkollegs Sichtbarkeit und Sichtbarmachung, Schriftbildlichkeit und Das Wissen der Künste zum Vortrag ein:

Kunstgeschichte und neue Anthropologie

Horst Bredekamp

Humboldt-Universität,
Kolleg-Forschergruppe „Bildakt und Verkörperung“

Mittwoch, 04.07.2012, 19.00 Uhr

 

Veranstaltungsort:
Hamburger Bahnhof, Aktionsraum
Invalidenstr. 50-51,
10557 Berlin

Die Anthropologie ist in den letzten Jahren von einer Anzahl neuer Funde sowohl bereichert wie auch erschüttert worden, da die neu entdeckten Artefakte sich mit den herkömmlichen Hypothesen nicht oder nur sehr schwer in Einklang bringen lassen. Die derzeit sich herausbildende neue Anthropologie trifft sich überraschenderweise mit Vorhaben, die Franz Kugler zu Beginn der akademischen Kunstgeschichte formulierte. Sie verschwanden nicht aus sachlichen, sondern ideologischen Gründen. Sie sind erneut aktuell, weil sie die Distanzierung von der Natur, die bisher das große Thema der Anthropologie war, transzendieren. Im Vortrag soll zu zeigen versucht werden, dass die Distanzierung die Bedingung und nicht die Ursache der Evolution darstellt. Diese Umpolung soll darin verdeutlicht werden, dass nicht immer die Form den äußeren Einflüssen folgt, sondern im Gegenteil die Funktion sich aus dem Formenwandel erschließt. Damit ist die Bildgeschichte nicht mehr nachgeordnet, sondern sie nimmt einen fundamentalen Part in der Evolution des Menschen ein: als bildaktives Wechselspiel von Gestaltung und Geformtwerden.

Alle weiteren Informationen erhalten Sie unter: Perspektiven der Bildforschung.