08.-15. Juli 2009 – DOR28 – Video als Raum – Ausstellung 6

Andreas Sell

„Mach mas jetzt oda laß mas?“

Foyer des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte
Humboldt-Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 28
10117 Berlin

Eröffnung: 08.07.2009, 19 Uhr
Kuratorin: Sina Deister

Dauer: bis 15.07.2009
Öffnungszeiten: Montag bis Donnersta 9-19 Uhr, Freitag 9-17 Uhr

Ausstellung:
Andreas Sell
„Mach mas jetzt oda laß mas?“

„Mach mas jetzt oda laß mas?“

Diese Frage bedarf bezüglich der letzten Ausstellung im Zyklus des Projektraums DOR28 keiner Beantwortung. Sie lenkt vielmehr den Fokus unseres Denkens auf einen sehr spezifischen Charakter der Arbeiten des Künstlers Andreas Sell.
Ausgehend von einer alltäglichen Situation irritiert Sell unser traditionelles Verständnis, und vor allem unser emotionales Erleben, von Normen. An den unterschiedlichsten Orten steht der Künstler wiederholt über einen längeren Zeitraum still. Die eigene Körperkontrolle ist die Voraussetzung für diese Arbeiten. Als Passant oder Besucher einer Ausstellung spürt man die Spannung die sich aus dem Gefüge von vollkommener Ruhe und dem zu erwartenden Gegenpol der Bewegung ergibt. Irgendwann muss er sich wieder bewegen…. Die Frage nach Teilnahme oder Apathie und der Gegensatz zwischen dem von Sell aufgeführten Handlungskonzept und einer Definition dessen was er tut, bleibt offen.

Es sind immer kleine, subversive Inszenierungen denen man als Besucher seiner Ausstellung begegnen kann. Der Aufführungsort wird zur Bühne, die Gegebenheiten zur Kulisse.
Dieser Charakter der Inszenierung, teilweise sogar des Absurden, vor allem aber immer des Unbestimmten und Offenen werden auch in der Zusammenstellung der Arbeiten für die Ausstellungsreihe DOR28 wichtig. Die Ausstellung „Mach mas jetzt oda laß mas?“ bringt zwei Arbeiten des Künstlers zusammen.

In dem Video „Stillstand – Gott erschafft neues Leben aus dem Nichts“ von 2009 steht Sell während eines Gottesdienstes still neben dem Altar im Kirchenraum. Die Themenpredigt der Pastorin nimmt die Arbeit des Künstlers inhaltlich auf und interpretiert den Stillstand im Hinblick auf die christliche Schöpfungsgeschichte.

Eine zweite Arbeit von Andreas Sell, die zu sehen sein wird, ist eine auf einem Stuhl sitzende Person, deren Lebenslauf an der Wand aufgehängt ist.

In der Inszenierung dieser beiden Arbeiten im Foyer des Kunstgeschichtlichen Seminars stellt sich vordergründig subtil, in der tieferen Betrachtung allerdings auf einer stark emotionalen Ebene, die Frage nach dem Grad zwischen Aufführung und Alltäglichem.