Adam S. Labuda: Die Tafelmalerei in Danzig in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts

Adam S. Labuda: Die Tafelmalerei in Danzig in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts

2015, 288 Seiten, 174 s/w Abb., Hardcover, € 30,98
ISBN 978-3-7375-8144-8

Mit dieser Publikaton ist die 1979 auf Polnisch erschienene Dissertation von Adam Labuda nunmehr in einer neu durchgesehenen Ausgabe auch in deutscher Sprache verfügbar. Der Autor befasst sich mit der kurzen, für die Entwicklung der Malerei der Hansestadt Danzig jedoch bedeutenden Zeitspanne von der Mitte des 15. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Neben der eingehenden Untersuchung der einzelnen Objekte fragt er nach der Eigenart und der Entwicklungsdynamik der „Danziger Malerei” im stadtgeschichtlichen Zusammenhang.

Adam Labuda war von 1995-2009 Professor für Kunstgeschichte Osteuropas am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität.

Das Buch kann als Print on Demand bestellt werden und ist zugleich kostenfrei auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität verfügbar.

Jutta v. Zitzewitz – Die Stadt, der Highway und die Kamera. Fotografie und Urbanisierung in New York zwischen 1945 und 1965

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Jutta v. Zitzewitz – Die Stadt, der Highway und die Kamera. Fotografie und Urbanisierung in New York zwischen 1945 und 1965

Keine andere Metropole ist im 20. Jahrhundert so häufig fotografiert worden wie New York. Nach 1945 setzte sich in Bildern von Charles Pratt, Roy DeCarava oder Garry Winogrand eine neue Auffassung von Fotografie durch, die den enormen städtebaulichen Umwälzungen dieser Zeit Rechnung trug. Die Street Photography feierte die Straße als Lebensraum genau in dem Moment, als die Straße selbst ins Visier der Stadtplanung geriet. Bildmagazine wie »Life« und »Look« hingegen blendeten diese Tendenzen aus und beförderten die Flucht in die Vorstädte, indem sie ein hochgradig idealisiertes Bild der Suburbanisierung entwarfen. In dieser bildwissenschaftlichen Studie wird erstmalig herausgearbeitet, in welcher Weise sowohl die Street Photography als auch die Magazinfotografie die Stadtentwicklung nicht nur widerspiegelten, sondern das Nachdenken über Stadtgestaltung auch entscheidend prägten.

Mit bisher unveröffentlichten Fotografien von Garry Winogrand, Roy DeCarava, Erich Hartmann u.a.

272 Seiten mit 127 Abbildungen

ISBN: 978-3-422-07206-0

http://www.deutscherkunstverlag.de/buch/fotografie/++/buchid/1452-die-stadt-der-highway-und-die-kamera/buchdetail/1/seite/0/

 

 

Katja Bernhardt: Stil – Raum – Ordnung

Katja Bernhardt: Stil – Raum – Ordnung. Architekturlehre in Danzig 1904-1945978-3-7861-2714-7

humboldt-schriften zur kunst- und bildgeschichte
Band XIX
Herausgegeben von Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin
Erschienen August 2015

Danzig war ein Seismograf des fragilen politischen Gleichgewichtes, das in Europa im 20. Jh. immerfort neu austariert wurde. Hierdurch hoch sensibilisiert formte sich in der Architekturabteilung der TH Danzig eine eigenständige, dezidiert gegen avantgardistische Strömungen gerichtete Auffassung von Architektur heraus.

 

Pegasus. Berliner Beiträge zum Nachleben der Antike 15 (2013)

Pegasus 15

Pegasus 15

Pegasus

Berliner Beiträge zum Nachleben der Antike

Heft 15 • 2013

Herausgeber

Horst Bredekamp, Arnold Nesselrath

Beitragende

Michail Chatzidakis, Klaus Fittschen, Vladimir Juren, Arne Reinhardt, Georg Schifko, Sylva van der Heyden

(1760 S., 60 s/w-Abbildungen und 12 Farbtafeln, EUR 20,00)

Der Pegasus 15 kann über den Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte bestellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Horst Bredekamp / Arnold Nesselrath

Ciriacos Nereide. Antikenrezeption und Antikentransformation bei Ciriaco d’Ancona am Beispiel der Kymodoke-Zeichnung im Codex Barberini
Michail Chatzidakis

Ein Engelskopf Botticellis und sein antikes Vorbild
Klaus Fittschen

Le Codex Chlumczansky. Addenda et corrigenda
Vladimir Juřen

Antikenreproduktion in Papiermaché um 1800. Die Kartonfabrik Ludwigslust und ihre Produktpalette
Sylva van der Heyden

Vielschichtige Anleihen. Die Fassade des Palais Dürckheim-Montmartin in München und ihre Beziehungen zur Antike
Arne Reinhardt

Zu einer punktuellen Rezeption kykladischer Idole in der populärkulturellen Science-Fiction-Serie Star Trek
Georg Schifko

 

Mehr Informationen zur Schriftenreihe finden Sie hier

Susanne von Falkenhausen: Jenseits des Spiegels

Susanne von Falkenhausen
Jenseits des Spiegels
Das Sehen in der Kunstgeschichte und Visual Culture Studies

2015, 270 Seiten, 1 s/w Abb., kart.
€ 34,90/sFr 42,60
ISBN 978-3-7705-5973-2

Kunstgeschichte und Visual Culture Studies haben das Sehen als Grundlage wissenschaftlichen Handelns gemeinsam. Mit diesem Fokus betrachtet Susanne von Falkenhausen erstmals Kunstgeschichte und Visual Culture Studies in vergleichender Perspektive.
Seit dem Aufkommen der Visual Culture Studies um 1990 ist ihr Verhältnis zur Kunstgeschichte geprägt von Grenzpatrouillen im gemeinsamen Feld des Visuellen: Debatten, Polemik, Abgrenzungsrhetorik. Mit einer Lektüre elementarer Text aus beiden Gebieten lässt Jenseits des Spiegels diese konfrontative Dynamik hinter sich. Die Frage nach dem Sehen als wissenschaftliches Handeln zieht sich durch die vergleichenden Analysen. Im Fokus stehen der Umgang mit visuellen Ordnungen wie der Zentralperspektive, die Auffassungen des Verhältnisses von Sehen und Wirklichkeit, von Sehen und Fremdheit/Alterität, Sichtbarkeit als politische Ressource, das Konezpt der Identität und die Denkfigur des Lacan’schen Blickregimes, des Gaze. Im Ergebnis stellt sich die Frage nach einer Ethik des Sehens.

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Nachruf: Prof. Dr. Peter H. Feist

Nachruf
Prof. Dr. Peter H. Feist (29.7.1928 – 26.7. 2015) Prof. Dr. Peter H. Feist

Am 26. Juli 2015 ist Peter H. Feist, emeritierter Professor für Kunstgeschichte, gestorben. Mit ihm verliert das Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin einen bedeutenden Kollegen, der nicht nur durch seine fachlichen Leistungen, sondern auch durch seine menschliche Größe im Gedächtnis bleiben wird.

Der Werdegang von Peter H. Feist war durch sein Geburtsjahr vorgeprägt. Der Anschluss des Sudetenlandes an Nazideutschland ließ ihn ab dem zehnten Lebensjahr den Nationalsozialismus und mit ihm den Krieg erleben, in dessen letzter Phase er als Flakhelfer dienen musste. Die Teilung Deutschlands, der Kalte Krieg und der Untergang der sowjetisch beherrschten sozialistischen Republiken waren weitere Brüche, die Peter H. Feist mit der Wachheit eines Stoikers, den in keinem Moment der Lebensmut und die Neugierde verließen, durchlebt hat.

Peter H. Feist hat nach seinem Abitur im Jahr 1947 in Wittenberg an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kunstgeschichte, Geschichte sowie klassische und orientalische Archäologie studiert. Wie zahlreiche bedeutende Kunsthistoriker der Moderne auch, hat er sich in seinem Studium wie auch in seiner Diplomarbeit und seiner Dissertation, mit der er 1958 promoviert wurde, mit der Kunst des Mittelalters auseinandergesetzt. Die ungewöhnliche Themenstellung zur Stilstruktur in der altorientalischen und romanischen Kunst wurde ermöglicht durch das Studium bei Wilhelm Worringer, dessen Assistent er an der halleschen Universität wurde.

Peter H. Feist war überzeugter Sozialist, der nach Kräften versucht hat, über sein Fach am Aufbau der Deutschen Demokratischen Republik mitzuwirken. 1954 trat er in die SED ein, und seither hat er in vielen Funktionen in verantwortlichen Stellungen gewirkt, darunter ab 1968 als Mitglied des Zentralvorstandes des Verbandes bildender Künstler der DDR und von 1982 an als Leiter des Instituts für Ästhetik und Kunstwissenschaften der Akademie der Wissenschaften der DDR. Er wurde mit hohen Preisen ausgezeichnet, darunter 1975 mit dem Nationalpreis der DDR und 1988 mit dem “Vaterländischen Verdienstorden”.

Diese Tätigkeiten und Ehrungen sind umso bemerkenswerter, als die Kunstgeschichte in der DDR prinzipiell unter dem Verdacht stand, zu einem bürgerlichen Erbe zu gehören, das nicht genuin dazu angelegt war, einen »neuen Menschen« auszubilden. Dieser Zwiespalt hat verhindert, dass Peter H. Feist ein gleichsam blinder Parteigänger geworden ist; vielmehr hat er, wie es die Institutsgeschichte “In der Mitte Berlins” festgehalten hat, teils schwere Konflikte mit der Führung der SED durchgefochten.

Wer immer ihm begegnet ist, sei es vor oder nach 1989, wird ihn als einen toleranten, offenen und neugierigen Zeitgenossen wahrgenommen haben. Diese Eigenschaft hat sich nicht gemindert, als mit dem Fall der Mauer auch seine politischen Aktivitäten nicht nur zunichte waren, sondern auch diskreditiert schienen.

Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Sympathie Peter H. Feist die Entwicklungen des kunsthistorischen Instituts der Humboldt-Universität aufgenommen und begleitet hat und mit welcher inneren Liberalität auch sich selbst gegenüber er an seiner sozialistischen Überzeugung festhielt. In einer Festveranstaltung zu seinem 80. Geburtstag in der Humboldt-Universität hat er auf sein Leben ohne Illusionen, aber auch ohne Selbstbezichtigung zurückgeblickt, und es dürfte niemand im Raum gewesen sein, der angesichts dieses in keinem Moment verbitterten Zeugen der Brüche des 20. Jahrhunderts nicht berührt gewesen wäre.

Peter H. Feist kam 1958 als Oberassistent an das Institut für Kunstgeschichte der Humboldt-Universität, um 1966 die Habilitation mit einem Thema zum französischen Impressionismus zu erlangen. 1967 wurde er zum Dozenten, 1968 zum Professor und 1969 zum ordentlichen Professor an der Humboldt-Universität ernannt. Ab 1977 leitete er den Bereich Kunstwissenschaft.

Das zweite Feld seiner Aktivitäten als Kunsthistoriker war die Leitung des Instituts für Ästhetik und Kunstwissenschaften der Akademie der Wissenschaften der DDR seit 1982. In dieser Funktion hat er an einem der wichtigsten Lexika der Kunstgeschichte im deutschen Sprachraum mitgewirkt, dem “Lexikon der Kunst”, das in erster Auflage 1968-1978 und dann, in revidierter und erweiterter Form, von 1987-1994 unter der Redaktionsleitung von Harald Olbrich erschien. Es kann als ein Standardwerk der Kunstgeschichte gelten. Die Genauigkeit und die unprätentiöse Sachorientierung hat Peter H. Feist auch dazu prädestiniert, das Metzler-Kunsthistoriker-Lexikon mit herauszugeben. Ein hohes Verdienst kam Peter H. Feist auch durch die Herausgabe von zwei Teilbänden der “Geschichte der deutschen Kunst” (1986/87) zu.

Sein wissenschaftliches Werk lag im wesentlichen im Bereich der deutschen Romanik, des französischen Impressionismus und der Plastik im 20. Jahrhundert. Seine kunsttheoretischen Erörterungen mündeten in die “Prinzipien und Methoden marxistischer Kunstwissenschaft: Versuch eines Abrisses” aus dem Jahr 1966. Das schmale Buch gab einen zwei Jahre zuvor gehaltenen Vortrag wieder, in dem er in der Münchener Universität versucht hatte, im Klima des Kalten Krieges für eine marxistische Kunstgeschichte zu werben. Es muss ein denkwürdiger Moment gewesen sein, in dem sich die antagonistischen Stränge des 20. Jahrhunderts gleichsam verknoteten. Allein bereits das wissenschaftliche Thema seines Lebens, der französische Impressionismus, bezeugt, wie sehr Peter H. Feist der Kurzschluss von Form und Ideologie zuwider war. Auch durch sein Wirken ist es gelungen, dem Fach Kunstgeschichte zu Zeiten der DDR nicht nur zu Ansehen zu verhelfen, sondern auch dafür zu sorgen, dass sie nicht im mainstream der herrschenden Ideologie verkümmerte.

Das Institut für Kunst- und Bildgeschichte ist Peter H. Feist in hohem Maß zu Dank verpflichtet. In seiner Person verkörpert sich die Komplexität unversöhnlicher Gesellschaftsentwürfe wie auch die menschliche Größe, die hieraus entstehenden Konflikte zu überwinden. Das Institut wird sein Ansehen in Ehren wahren.

 

Für das Institut: Horst Bredekamp

Hans-Janssen-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Hans-Janssen-Preis der Göttinger Akademie der Wissenschaften

Vera Simone Bader ist für ihre am Institut für Kunst- und Bildgeschichte verfasste Dissertation „Moderne in Afrika. Asmara. Die Konstruktion einer italienischen Kolonialstadt 1889–1941“ mit dem Hans-Janssen-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ausgezeichnet worden.

Die Arbeit wurde betreut von Prof. Dr. Michael Diers (Erstgutachter) und Prof. Dr. Philipp Zitzlsperger (Zweitgutachter).

Prof. Dr. Claudia Blümle neu ins Leitungsteam von Wissen der Künste an der UdK gewählt

Prof. Dr. Claudia Blümle wurde neu ins Leitungsteam von Wissen der Künste an der UdK gewählt.

Weitere Informationen:

http://www.udk-berlin.de/sites/graduiertenkolleg/content/mitglieder/leitungsteam/index_ger.html

 

Umfrage zum Arbeiten mit digitalen Bildern in den Geisteswissenschaften

Umfrage zum Arbeiten mit digitalen Bildern in den Geisteswissenschaften

Bild Umfrage imagelabIn allen geisteswissenschaftlichen und insbesondere den kulturhistorischen Fächern wird immer mehr mit Bildern gearbeitet. Nicht zuletzt die digitalen Bildformate und das Internet haben die Herstellung, die Zugänglichkeit, den Austausch und die Publikation von Bildern um ein Vielfaches einfacher gemacht. Dennoch hat sich in den Arbeitsmethoden vieler WissenschaftlerInnen bislang eher wenig verändert. Bilder werden überwiegend individuell gesammelt, lokal abgespeichert und bearbeitet, und schließlich als Illustration in Texten verwendet.

Das Projekt imagelab am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität hat sich zum Ziel gesetzt, nach integrierten Lösungen im Umgang mit digitalen Bildern zu suchen. Die von der Medienkommission der HU geförderte Arbeit bezieht sich zunächst auf den Rahmen des Studienfachs Kunst- und Bildgeschichte, indem die am Institut vorhandenen Werkzeuge für digitale Bilder analysiert und ein Konzept für eine abgestimmte Arbeitsumgebung vorbereitet werden. Die Ergebnisse sollen jedoch potentiell allen mit Bildern arbeitenden kulturwissenschaftlichen Fächern zugutekommen.

Zu den Ergebnissen der Umfrage

An der Umfrage zum Arbeiten mit digitalen Bildern in den Geisteswissenschaften haben insgesamt 139 Personen teilgenommen. Verbreitet wurde die Umfrage über die Homepage des Instituts für Kunstgeschichte der Humboldt- Universität zu Berlin, über den Arbeitskreis digitale Kunstgeschichte sowie über weitere Mailinglisten im Digital Humanities-Bereich. Der überwiegende Teil der Teilnehmer waren KunsthistorikerInnen (Ca. 68%), sowie HistorikerInnen (ca. 15%) und KulturwissenschaftlerInnen (13%). Die geographische Zuordnung wurde nicht erfragt, aber es ist davon auszugehen, dass Personen aus dem gesamten deutschen Sprachraum teilnahmen. Die Verteilung zwischen Studierenden und Lehrenden war praktisch gleich (ca. 29%); die meisten Teilnehmenden bezeichneten sich jedoch als “andere Mitarbeitende” (ca. 50%, Mehrfachnennungen waren möglich).

Der Einsatz digitaler Bilder bezieht sich bei den Befragten vorwiegend auf die eigene Materialsammlung und Forschung. Darüber hinaus werden digitale Bilder besonders für akademische Vorträge bzw. für Vorträge in der Lehre eingesetzt.

Für die Kommunikation über Arbeitsergebnisse stehen nicht digitale Plattformen,  sondern unangefochten die E-Mail und der direkte mündliche Austausch an erster Stelle.

Bezogen werden digitale Bilder meist über Bilddatenbanken (33%) und Onlinedatenbanken von Museen und anderen Sammlungen (29%). Weit abgeschlagen ist dagegen die Beschaffung von Bildern durch eigene Reproduktion und über die Diathek.

Sie kennen prometheus, wie häufig arbeiten Sie damit?

Sie kennen prometheus, wie häufig arbeiten Sie damit?

Die überwiegende Mehrheit der Befragten kennt das Bildarchiv prometheus (89%), häufig genutzt wird es jedoch nur noch zu 42 Prozent.

Die Frage nach Verbesserungsmöglichkeiten von prometheus fand großes Interesse und führe zu insgesamt mehreren Seiten Kommentar. Dabei wurden vor allem die Erhöhung der Bild- und Metadatenqualität, aber auch der Ausschluss sekundärer Daten (vor allem Angaben aus den Buchvorlagen), die bei der Suche stören, gewünscht. Teils wurde der Ausschluss minderwertiger Doubletten, teils hingegen die Erhöhung der Bildermenge gefordert. Des Weiteren wurden häufig die Geschwindigkeit und die Suchmöglichkeiten bemängelt. Es wurde vorgeschlagen, die Daten der Kunstwerke von denen der Bilder zu trennen. Besonders die Möglichkeit die Suche auf einen bestimmten Zeitraum oder eine Epoche eingrenzen zu können, wurde vermisst. Dieser und andere Einwände zeigen auch die Probleme einer Verbunddatenbank auf, die mit heterogenen Daten und daher bspw. mit dem Fehlen von Dateierungen zu rechnen hat. Ein Teil der gewünschten Merkmale ist bereits vorhanden oder in Vorbereitung (z.B. die Ähnlichkeitssuche); hier bestehen offenbar auch Vermittlungsprobleme. Die (ohnehin anonymen) Bemerkungen werden zur Verbesserung des Angebots an prometheus weitergegeben.

Auf die Frage, welche Eigenschaften eine gute Bilddatenbank ausmachen, sprach sich eine klare Mehrheit für eine sehr gute Bildqualität und eine einfache Bedienung aus. Auch eine schnelle Arbeitsgeschwindigkeit und ein kostenloser Zugang wurden für wichtig befunden. Die Hürde einer Anmeldung spielte angesichts der heute von den Browsern ermöglichten automatischen Anmeldung kaum mehr eine Rolle.

Bei den Suchoptionen wurden die differenzierte Suche nach vielen Kriterien und die Suche nach Zeiträumen höher eingestuft als eine Rückwärtssuche mit Bildern oder die Autovervollständigung bei der Eingabe von Suchbegriffen. Dieses eher überraschende Ergebnis ist möglicherweise mangelden Erfahrungen mit komfortablen Suchoptionen geschuldet.

Bei der Bearbeitung von Bildern konnte sich Freeware, wie Gimp oder Irfan View noch nicht gegen kostenpflichtige Grafikprogramme, wie etwa Photoshop durchsetzen.

Die allermeisten TeilnehmerInnen gaben an, ihre Bilder im eigenen Filesystem zu speichern, dann folgte die Nutzung von lokalen Bilddatenbanken oder wissenschaftliche Bilddatenbanken, die eine Speicherung eigener Bilder erlauben (prometheus). Deutlich als nachrangig wurden erstaunlicherweise Online-Dienste wie Flickr einstuft. Etwas mehr als die Hälfte verschlagwortet die gespeicherten Bilder.

Weniger als ein Fünftel der TeilnehmerInnen macht die eigenen Bilder öffentlich verfügbar. Hierbei besteht ein breites Spektrum, das von einem öffentlichen Album in prometheus, social media-Plattformen und Bilderplattformen wie Facebook, Google+ und Flickr, über die Wikipedia, bis zum eigenen Blog reicht. Als Gründe dafür, Bilder nicht zugänglich zu machen wurden häufig Urheberrechtsbeschränkungen bei Reproduktionen von Fremdaufnahmen oder geschützten Objekten, Furcht vor unberechtigter Weiterverwendung eigener Aufnahmen, Mangel an Zeit und Gelegenheit und als unnötig empfundener Aufwand angegeben. Vereinzelt wurde eine Zugänglichmachung auch mit dem Hinweis darauf abgelehnt, dass die Bilder als Teil der eigenen Forschungsarbeit erst im Zusammenhang mit einer Textpublikation zugänglich gemacht werden sollen.

Das Thema Urheberrecht wurde von einer großen Mehrheit (90%)  im Hinblick auf die Publikation fremder Bilder, für einen kleineren Teil im Hinblick auf selbst erstellte Bilder und lediglich für 5% als gar nicht interessant eingestuft.

Das Annotieren (Markieren, Beschriften etc.) von Bildern analog oder digital wird von 27% sehr häufig und 23% häufig verwendet. Eine digitale Umgebung zum Annotieren nutzen aber nur wenige (20%), vorwiegend zur eigenen Materialsammlung und Forschung. Hier wurden einige Produkte genannt, die im Rahmen des Projekts imagelab bislang noch nicht ausprobiert wurden – wir werden uns das ansehen!

Spielen Videoformate in Ihrer Arbeit eine Rolle?

Spielen Videoformate in Ihrer Arbeit eine Rolle?

Mustererkennung, Vektorgrafiken und 3D- Modelle, sowie 3D- Projektionen haben noch keinen Einzug in das kunsthistorische Arbeiten gefunden. Nur 30%, 8% bzw. 4% gaben an mit diesen häufig Formaten zu Arbeiten. Videoformate werden jedoch von knapp 50% hin und wieder verwendet. Dabei spielen Videos u.a. als eigene Kunstform, sowie als Format zum Aufzeichnen von Vorträgen und Künstlerinterviews oder zur Darstellung komplexer Sachverhalte eine Rolle.

Das Wissen über Bildbearbeitungsprogramme und Bilddatenbanken wird hauptsächlich über das Internet, Fachzeitschriften und Empfehlungen von Bekannten bezogen.

Knapp die Hälfte aller Befragten hat schon einmal an einer Schulung zur Bildbearbeitung oder zu Bilddatenbanken teilgenommen und war mit den Inhalten des Kurses zufrieden. Mehr Schulungsangebote zu Themenkomplexen wie Bildrecht, Bildbearbeitung und Bilddatenbanken wünschen sich 63% der Befragten. Eine deutliche Mehrheit sprach sich für Onlinehilfen und Video-Tutorials als optimale Hilfestellung für Nutzer aus.

Fazit

Bei den Teilnehmenden war ein großes Interesse am Thema spürbar. Auffallend war aber, dass teils eine nur geringe Bereitschaft erkennbar wurde, sich mit neuen Arbeitsumgebungen und Technologien auseinanderzusetzen. Die weitere Beschäftigung mit dem Thema digitaler Bildwerkzeuge muss verstärkt auf anwenderfreundliche und weit verbreitete Arbeitsumgebungen drängen, um die Potentiale des digitalen Bildformats für die kunst- und bildgeschichtliche und sonstige bildbezogene Forschungs- und Lehrpraxis besser nutzbar zu machen und einer breiteren Gemeinschaft zu vermitteln. Eigene Aufmerksamkeit erforden die bislang noch eher separaten Bereiche der 3D-Rekonstruktion und des Bewegtbildes.

Weitere Anregungen können jederzeit an die Mediathek des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte gerichtet werden.

Dank an alle fürs Mitmachen!

Horst Bredekamp wird Mitglied der Gründungsintendanz des Humboldt-Forums

Neue Etappe fürs Humboldt-Forum
Horst Bredekamp wird Mitglied der Gründungsintendanz

 

In der Umsetzung des Humboldt-Forums ist ein weiterer Schritt nach vorne gemacht: Am Mittwoch, 8. April 2015 gab die Kulturstaatsministerin Monika Grütters bekannt, dass der britische Kunsthistoriker und Museumsexperte Neil MacGregor zum Leiter der Gründungsintendanz des Humboldt-Forums in Berlin berufen wurde. Horst Bredekamp, Kunsthistoriker der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und Sprecher des HU-Exzellenzclusters “Bild Wissen Gestaltung. Ein Interdisziplinäres Labor” gehört ebenso wie Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Gründungsintendanz an.

Bredekamp äußerte sich erfreut über die Wahl: “Mit der Berufung der Gründungsintendanz beginnt eine neue Etappe für das Humboldt-Forum. Gemeinsam können wir uns nun auf die inhaltliche Ausgestaltung dieses weltweit einmaligen Projektes fokussieren.”

Die Gründungsintendanz wird ab Oktober 2015 als beratendes Gremium über einen Zeitraum von zunächst zwei Jahren inhaltliche Schwerpunkte setzen und das Zusammenwirken aller Akteure im Humboldt-Forum entwickeln. Ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Museumsexperten wird die Gründungsintendanz dabei unterstützen.

 

Die Humboldt-Universität im Humboldt-Forum

 

Die HU wird im Humboldt-Forum dem Thema Wissenschaft eine Bühne geben und sie als zentralen Bestandteil der Kulturen für ein breites Publikum begreifbar machen: Auf mehr als 600 Quadratmetern wird die HU in ihrem Humboldt-Labor das Konzept einer „offenen Universität“ verwirklichen und so auf anschauliche und lebendige Weise vermitteln, welche Rolle Wissenschaft im Alltag eines jeden spielt.

Dabei verzichtet die HU auf eine bloße Leistungsschau wissenschaftlicher Erfolge, sondern wird Methoden und Erkenntnisprozesse in der Geschichte und Gegenwart wissenschaftlicher Praxis – zu der auch Kontroversen, Spekulationen, Irrtümer und Grenzen gehören – für die Gäste des Humboldt-Forums sichtbar und erfahrbar machen. Der Besucher soll am Arbeits- und Erkenntnisprozess von Wissenschaftlern teilhaben können und ganz nah am Geschehen unterschiedlicher Wissenschaften sowie interdisziplinärer Forschung sein. Das Humboldt-Labor wird daher sowohl Labor und Werkstatt, Ausstellungsfläche und Seminarraum, als auch Vortragsaal oder Bühne sein und zeigen, wie Wissen gewonnen, gestaltet und vermittelt wird.