Videoführungen der Studierenden des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte zur Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst
In freier und experimenteller Annäherung haben Studierende des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte im Rahmen des von Prof. Dr. Claudia Blümle geleiteten Seminars zur Ausstellung Einhorn. Das Fabeltier in der Kunst im Barberini Museum Potsdam Videoführung konzipiert und realisiert. Ausgangspunkt bilden jeweils zwei ausgewählte Werke der Ausstellung, deren vergleichende Betrachtung besondere Einsichten und Beobachtungen zum Einhorn ermöglicht. Die unterschiedlichen medialen, geografischen und historischen Kontexte sowie die formal gestalterische Vielfalt der Darstellungen eröffnen vielfältige Zugänge, um poetische, symbolische, religiöse, naturkundliche oder politische Bedeutungen des Einhorns in den Blick zu nehmen. Ziel der fünf bis zehn Minuten dauernden Videoführungen ist es, kunsthistorische Überlegungen in ein Vermittlungsformat zu überführen, das sich an ein breiteres Publikum richtet. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Objekten lag der Fokus auf der Reflexion digitaler Formen der Kunstvermittlung und auf der Frage, wie diese individuell und entsprechend unterschiedlich erprobt werden können. Die Videoführungen reichen von frei gesprochenen Rundgängen im Museum bis hin zum künstlerischen Filmessay. Kennzeichnend ist dabei, dass die filmisch präsentierten visuellen Entdeckungen und Interpretationen dazu einladen sollen, in die Bildwelt des Einhorns einzutreten, im genauen Hinsehen immer weitere Aspekte zu entdecken und neue Zusammenhänge zu erkennen. Pate des Seminars war der phänomenologische Philosoph Edmund Husserl, der sich mit der Frage beschäftigte, wie es möglich ist, mithilfe eines Bildes etwas anzuschauen, das nicht existiert. Dies gilt für das Einhorn oder den Kentauren, Husserls eigenes Beispiel anhand eines Gemäldes von Arnold Böcklin, wie auch für das Bild selbst. Denn auch wenn ein Bild als Objekt in unserer Welt vorhanden ist, bleibt das, was es uns als Sujet vor Augen führt, stets ein imaginäres Objekt.
