Ikonische Formprozesse

Ikonische Formprozesse

Ein ‚missing link‘ zwischen Natur- und Kulturtheorie.
Forschungsprojekt der Fritz Thyssen Stiftung

Die von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Forschergruppe „Ikonische Formprozesse. Ein ‚missing link‘ zwischen Natur- und Kulturtheorie“ wird von Prof. Dr. Horst Bredekamp geleitet.
Das Forschungsprojekt, an dem Kunsthistoriker und Philosophen beteiligt sind, sucht kulturalistische und naturalistische Perspektiven der Erforschung leiblicher und affektiv-emotionaler Möglichkeitsbedingungen symbolischer Formung in einer integralen Verkörperungstheorie zu verbinden.
Der Begriff „ikonische Formprozesse“, dessen Bestimmung und Erprobung im Zentrum des Vorhabens steht, umfasst jene Phänomene, die Übergänge zwischen natürlichen und symbolischen Formen herstellen. Zu den Phänomenen, die diese Kontinuität nahelegen, zählt die Wirksamkeit von Kunstwerken. Sie halten die in sie investierte vorsymbolische Qualität in besonderem Maße virulent.
Wenngleich Bilder ikonische Formen par excellence sind, stellt Visualität nicht das einzige Medium ikonischer Formprozesse dar. Mit „ikonischen Formen“ sind daher Übergangsfelder semiotischer Prozesse gemeint, die auf der physiologischen Ebene ihren Ausgang nehmen und stabile Bezugnahmen ermöglichen. Sie legen eine Spur zum Beginn des Denkens, an dem sich Qualitäten verdichten, aber noch keine feste Form angenommen haben.

Projektverantwortlich
Prof. Dr. Horst Bredekamp

Mitglieder
Dr. Marion Lauschke (Koordinatorin)
Franz Engel M.A.
Johanna Schiffler M.A.
Sascha Freyberg M.A.

 

Vergangene Veranstaltungen

“Formwerdung und Formentzug”, Internationale Tagung zusammen mit der Kolleg-Forschergruppe Bildakt und Verkörperung, Humboldt-Universität zu Berlin, 17.–18. Oktober 2013.

“Nach Cassirer. Das Erkenntnisideal der Biologie und seine Wandlungen bis heute”, Symposium zusammen mit dem MPI für Wissenschaftsgeschichte, Berlin, 10. März 2014.

“Cassirers Philosophy of Biology. The 8th International Ernst Cassirer-Workshop”, Berlin, 11. März 2014.

“Ikonische Differenz und Formprozesse“, Workshop mit Gottfried Boehm, Humboldt-Universität zu Berlin, 28. Oktober 2014.

“Gestaltung als Forschung – Forschung als gestalterischer Prozess”, WiMi Workshop X: Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung/Kunsthochschule Weißensee, Berlin, 13. November 2014.

Klausurtagung der Bildakt-Gruppen (zusammen mit der „Basisgruppe Bildakt“ des Exzellenzclusters „Bild Wissen Gestaltung. Ein Interdisziplinäres Labor“ der Humboldt-Universität zu Berlin, der Forschergruppe „Symbolische Artikulation“ der Volkswagen-Stiftung und der Forschergruppe „Bilderfahrzeuge. Aby Warburgs Legacy and the Future of Iconology“ des BMBF), Sauen, 9.–11. Januar 2015.

„Controversial Cartoons“, Workshop mit Prof. Dr. Frederik Stjernfelt (Kopenhagen), Humboldt-Universität zu Berlin, 12. Februar 2015.

„John Michael Krois: Grundzüge der Philosophischen Ikonologie“, Workshop der Forschergruppe „Ikonische Formprozesse“, Humboldt-Universität zu Berlin, 12. Februar 2015.

„Rückgang ins Unbestimmte. Zur Kontinuität ikonischer Formprozesse“, Internationale Tagung der Forschergruppe „Ikonische Formprozesse“, Humboldt-Universität zu Berlin, 12.–13. Februar 2015.