Ruth Wolff

Dr. Ruth WolffDr. Ruth Wolff

Wissenschaftliche Mitarbeiterin
DFG-Projekt Insculpta imago – Das Siegel als Paradigma eines Bildkonzepts des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, in Kooperation mit dem Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut.

Kontakt: wolff@khi.fi.it

Forschungsschwerpunkte:

Wort/Bild, Franziskus-Ikonologie, Sepulkralkunst, Siegel, Wappen, Kunst/Recht , Bildkonzepte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Curriculum vitae

Akademische Qualifikation

  • 1992 Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit zu „Der hl. Franziskus in Schriften und Bildern des 13. Jahrhunderts“
  • 1986 Magister Artium an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit einer Arbeit zu „Bild und Urbild bei Bonaventura. Theologische und philosophische Grundlagen“
  • 1979-1986 Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Neueren deutschen Literaturwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Ludwig-Maximilians-Universität München

Beruflicher Werdegang

  • 12/2013 bis 11/2014 und 09/2011 bis 08/2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin mit einem DFG-Projekt zu „Insculpta imago – Das Siegel als Paradigma eines Bildkonzepts des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
  • 2010 bis 2011 zusammen mit Gerhard Wolf Konzept, Vorbereitung und Durchführung der Tagung „Insculpta imago – Seal matrices and seal impressions in the Mediterranean am Kunsthistorischen Institut, Max-Planck-Institut, in Florenz
  • 2009 Kuratorin der Online-Ausstellung „Sigilli“ an der Fotothek des Kunsthistorischen Instituts, Max-Planck-Institut, in Florenz: http://expo.khi.fi.it/galerie/sigilli
  • 2005-2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunsthistorischen Institut, Max-Planck-Institut, in Florenz in der Abteilung Gerhard Wolf mit einem von der Thyssen-Stiftung finanzierten Projekt zum Thema „Siegel-Bilder“
  • 2004/2005 Lehrbeauftragte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
  • 2001 bis 2003 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunstgeschichte der Philipps-Universität Marburg
  • 1999-2001 in Zusammenarbeit mit Michael Stolleis Konzept, Vorbereitung und Durchführung der Tagung „Italienische Stadtstatuten als Quelle für Bauplanung und Stadtästhetik“ an der Villa Vigoni, Loveno di Menaggio, Como, Italien

Stipendien

  • 10/2008-12/2008 Kurzzeitstipendium des Kunsthistorischen Instituts, Max-Planck-Institut, in Florenz
  • 01/1997-07/1997 Forschungsstipendium des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt a. M.
  • 05/1993-04/1996 Forschungsstipendium des Kunsthistorischen Instituts in Florenz
  • 12/1992-04/1993 Postdoktorandenstipendium des Landes Bayern am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München
  • 1987-1990 Promotionsstipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung

Publikationen

Bücher und Herausgeberschaften:

  • Ruth Wolff (Hg.), Imago insculpta – Seal matrices and seal impressions in the Mediterranean (erscheint 2014 bei Brill, The Medieval Mediterranean Series)
  • Ruth Wolff und Michael Stolleis (Hgg.), La bellezza della città. Stadtrecht und Stadtgestaltung im Italien des Mittelalters und der Renaissance, Tübingen 2004 (Reihe der Villa Vigoni, 16)
  • Ruth Wolff, Der heilige Franziskus in Schriften und Bildern des 13. Jahrhunderts, Berlin 1996

Aufsätze, Ausstellungstexte, Katalogbeiträge und Lexikonartikel

  • Das kreative Bild. Zur paradigmatischen Rolle des Siegels im Bilddiskurs Bonaventuras mit einem Vergleich zu Thomas von Aquin (in Vorbereitung)
  • Imago doctoris in cathedra – Bildformular und Grabmal im Kontext (in Vorbereitung)
  • Imago and signaculum in Bonaventure, in: Insculpta imago – Seal matrices and seal impressions in the Mediterranean, hg. v. Ruth Wolff (erscheint 2014 bei Brill, The Medieval Mediterranean Series)
  • Insculpta imago und res (in)animata. Das Siegel im Recht am Beispiel von Christoph Besolds Rechtswörterbuch Thesaurus practicus (1629), in: Gerhard Wolf (Hg.), Bild, Ding, Kunst. Aspekte einer Dreiecksbeziehung, (erscheint 2014 beim Deutschen Kunstverlag
  • Santi di ser Ciucco di Città di Castello (?), Liber inquisitionum, in: Dal Giglio al David. Arte civica a Firenze fra medioevo e rinascimento, Firenze 14.05.-18.12.2013, Ausstellungskatalog hg. v. Daniela Parenti u. Maria Monica Donato, Florenz 2013, S. 162 f., Kat. Nr. 16; Liber prosecutionum, ibid. Kat. Nr. 19, S. 150 f.; Coperta di un libro delle cause civili, ibid., Kat. Nr. 32, S. 172 f.

Text ON-LINE-Ausstellung

  • “Sigilli”: http://expo.khi.fi.it/galerie/sigilli (2009)
  • Aspects of the three-dimensionality of seals, in: Marc Gil, Jean-Luc Chassel (Hgg.), Pourquoi les sceaux? La sigillographie nouvel enjeu de l’histoire de l’art, Actes du colloque organise à Lille, Palais des Beaux Arts les 23-25 octobre 2008, Villeneuve d’Ascq 2011, S. 403-419
  • „Siegel-Bilder“: Überlegungen zu Bildformularen und -ebenen am Beispiel italienischer Siegel um 1300″, in: Markus Späth (Hg.), Bildlichkeit korporativer Siegel im Mittelalter. Kunstgeschichte und Geschichte im Gespräch (Sensus. Studien zur mittelalterlichen Kunstgeschichte, Bd. 1), Wien, Köln, Weimar 2009, S. 149-166
  • Descriptio civitatis – Siegel-Bilder und Siegel-Beschreibungen italienischer Städte des Mittelalters, in: Jörg Oberste (Hg.), Repräsentationen der mittelalterlichen Stadt (Forum Mittelalter-Studien, 4), Regensburg 2008, S. 129-144
  • The Sealed Saint: Representations of Saint Francis of Assisi on Medieval Italian Seals, in: Good Impressions: Noël Adams, John Cherry and James Robinson (Hgg.), Image and Authority in Medieval Seals (British Museum Research Publications, 168), London 2008, S. 91-99
  • Autorität und Authentizität: Zum Verhältnis von Text und Siegel-Bild am Beispiel des Rechtsgutachtens Giovanni d’Andreas vom 9.5.1329, in: Rechtsgeschichte – Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte, 13 (2008),S. 60-79 (http://www.rg-rechtsgeschichte.de/article_by_author_240)
  • Zur „Gruppe“ der Gelehrtengrabmäler in Oberitalien, in: Creating Identities. Die Funktion von Grabmalen und öffentlichen Denkmalen in Gruppenbildungsprozessen. Internationale Fachtagung vom 30. Oktober bis 2. November 2003 (Kasseler Studien zur Sepulkralkultur, Bd. 11), Kassel 2007, S. 219-230
  • Grabmäler, Platzgestaltung und Stadtstatuten, in: Michael Stolleis and Ruth Wolff (eds.), La bellezza della città. Stadtrecht und Stadtgestaltung im Italien des Mittelalters und der Renaissance, Tübingen 2004 (Reihe der Villa Vigoni, Bd. 16), S. 299-338
  • Le tombe dei dottori al Santo – Considerazioni sulla loro tipologia, in: Atti del Convegno “Cultura, arte e committenza al Santo nel Trecento”, Padova, Basilica del Santo, 24-26 maggio 2001, in: Il Santo XLII, fasc. 1-3 (2002), S. 277-297
  • Das Grabmal des Porrina in Casole d´Elsa, in: Bruno Klein und Harald Wolter von dem Knesebeck (eds.), Nobilis arte manus. Festschrift zum 70. Geburtstag von Antje Middeldorf Kosegarten, Dresden / Kassel 2002, S. 171-197
  • Art. Assisi, 2. S. Francesco, Treasury, in: The Dictionary of Art, London 1996, vol. II, S. 632
  • La „Liberazione dell’eretico Pietro“. Considerazioni su un affresco nella Chiesa Superiore di San Francesco ad Assisi, in: Arte Cristiana, n. 776, sett.-ott. 1996, S. 361- 373
  • Dicitur allegoria quasi alieniloquium – Das erste Bild der Franziskuslegende in der Oberkirche von San Francesco in Assisi, in: Gottfried Kerscher (Hg.), Hagiographie und Kunst, Berlin 1993, S. 385-400
  • Franz Ferdinand Wörle: Skulpturen, Städtische Galerie Rosenheim, Rosenheim 1992
  • Franz Ferdinand Wörle: Skulpturen, Ganserhaus in Wasserburg, Wasserburg a. Inn 1988

Kurzbeschreibung des DFG-Projekts

Insculpta imago – Das Siegel als Paradigma eines Bildkonzepts des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
Die Untersuchung zielt auf das Siegel als Paradigma eines Bildkonzepts des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Dieses Bildkonzept ist die imago insculpta in ihrer doppelten Natur als Siegelstempel und Siegelabdruck, deren zentralen Rolle in den Bereichen Literatur, Theologie, Recht, Philosophie, Geschichte und Kunst dargestellt wird. Mit der Analyse des Bildkonzepts Siegel im Medium Text und der spezifischen plastischen Bildsprache von insculptae imagines, die auf der Basis des im Rahmen der Untersuchung erstellten Text- und Bildcorpus basiert, kann der kunst – und bildwissenschaftlichen Forschung neues und grundlegendes Material bereit gestellt werden, das mit bereits bekannten Texten und Bildern konfrontiert wird. Die sich dabei herauskristallisierenden Themenfelder wie Dimensionalität, Authentizität, Reproduktion und kreative Intentionalität, spielen auch in der aktuellen Kunst- und Bildwissenschaft, ausgehend von zeitgenössischen Medien und ihren Bildern eine entscheidende Rolle. Die Auswertung des Text- und Bildcorpus geschieht im Kontext dieser aktuellen Forschungsströmungen. Eine besondere Leistung der Untersuchung liegt darin, dass sie Querverweise und gegenseitige Antworten theologischer, juridischer, „naturwissenschaftlicher“, literarischer und kunsttheoretischer – bzw. technologischer Argumentationen zum Siegel als plastischem Bild sichtbar machen kann, die einen umfassenden Bilddiskurs des Mittelalters und der Frühneuzeit bezeugen. Das Medium selbst, aber auch seine sprachliche und bildliche Rezeption hatten eine Katalysatorfunktion, die zur Multiplikation seiner Bilder in andern plastischen Gattungen drängte und zur Aufnahme aktuellster Diskurse zum Bild und seinen plastischen Potenzen. Die Untersuchung will so aus interdisziplinärer Sicht einen substantiellen Beitrag zur kunst- und bildwissenschaftlichen Diskussion um das Bild des Mittelalters und der Frühen Neuzeit leisten, die bislang im wesentlichen auf der Prämisse des zweidimensionalen Bilds beruht.