Horst Bredekamp und Gunter Gebauer: Die Wirklichkeit findet statt!

Horst Bredekamp und Gunter Gebauer

DIE WIRKLICHKEIT FINDET STATT!
Über notwendige Präsenz in Kunst und Sport. 

Köln 2021. 11,1 x 18,1 cm. 94 S., broschiert.

Bestellnr.: 1626615
ISBN: 978-3-7533-0078-8

Was ist uns während der Covid-19 Pandemie verloren gegangen? Über das, was sie in dieser Zeit am meisten vermisst haben, sprechen der Kunsthistoriker Horst Bredekamp und der Philosoph Gunter Gebauer: Keine Begegnung mit den Originalen der Kunstwerke, kein Museumsbesuch, keine neuen Ausstellungen, und das Verschwinden aller sportlichen Wettkämpfe aus der Öffentlichkeit, mit Ausnahme der “Geisterspiele”. Welche Bedeutung der körperlichen Präsenz in der Begegnung mit Kunstwerken zukommt und wie ein empathisches Publikum auf herausragende sportliche Leistungen leibhaftig reagiert, wird an eindrucksvollen Beispielen diskutiert. Was wird nach dem Ende der Pandemie geschehen – wird die Erfahrung der Präsenz mit einem Schlag zurück gewonnen oder werden die im Inneren angelegten Hemmungen mit vorsichtigen Schritten allmählich überwunden?

 

Horst Bredekamp: Michelangelo

Horst Bredekamp

Michelangelo

Sachbuch. 19.8.2021
Wagenbach Verlag
816 Seiten. Großformat (21×28 cm). Leinen mit Prägung. Durchgefärbtes Vorsatzpapier. Fadengeheftet. 2 Zeichenbänder. Mit ca. 900 meist farbigen Abbildungen
89,– €
Subskriptionspreis bis zum 31.12.2021 • danach 118,– €

ISBN 978-3-8031-3707-4
sofort lieferbar

Michelangelos revolutionäres Wirken in Kunst und Politik – erzählt entlang der deutenden Ausleuchtung jedes einzelnen Werkes der Entwicklungsgeschichte des Meisters und eingebettet in ein plastisches Zeitpanorama. Ein rauschhaftes Opus Magnum, eine Feier der Kunstgeschichte.

Mit ikonisch gewordenen Werken wie dem David, der Erschaffung Adams in der Sixtinischen Kapelle oder Bauten wie der Kuppel des Petersdoms gehört Michelangelos Schaffen zweifelsohne zum kulturellen Menschheitserbe. Schon zu Lebzeiten wurde ›Il divino‹, dem Göttlichen, ein übermenschlicher Status zugesprochen, sein unermessliches Œuvre aus Skulptur, Architektur und Zeichnung bannt Betrachter wie Forschung bis heute.

In seiner monumentalen Gesamtdarstellung fasst Horst Bredekamp das Genie Michelangelo auf beispiellose Weise. Er nimmt dessen Leben vom Werk aus in den Blick und begreift das Œuvre als Stimulus der Vita. Ebenso empfindsam wie präzise untersucht Bredekamp jedes einzelne Kunstwerk von der Hand Michelangelos im zeitgeschichtlichen und kunsthistorischen Kontext sowie innerhalb der Entwicklung des höchst gefragten Künstlers.

Bredekamp präsentiert uns einen von seinen Werken getriebenen, fortwährend vertragsbrüchig und säumig bleibenden Meister, der sich gänzlich dem künstlerischen Imperativ eines jeden Werks verschreibt und sich vom zu bearbeitenden Material selbst leiten lässt. Indem seine Kunstwerke sich dem Prinzip der Vollendung verweigerten, sprengte Michelangelo alle Konventionen. Doch nur so ließ sich seine bedingungslose Weltliebe ausdrücken, seine Pan-Empathie, die ihn zum loyalen Freund und zur Zumutung für seine Umwelt werden ließ. Und nur so gelang es Michelangelo, die existentiellen Fragen nach Sinn, Sinnlichkeit und politischem Schicksal seiner Epoche in der Form der Kunst auf eine Weise zu verhandeln, die bis heute erschüttert.

Michail Chatzidakis, Henrike Haug, Lisa Marie Roemer, Ursula Rombach (Hrsg.): Con bella maniera – Festgabe für Peter Seiler zum 65. Geburtstag

Michail Chatzidakis, Henrike Haug, Lisa Marie Roemer, Ursula Rombach (Hrsg.)

Con bella maniera

Festgabe für Peter Seiler zum 65. Geburtstag

Con bella maniera… unter diesem Titel ehren die Autor:innen des vorliegenden Bandes den Kunsthistoriker Peter Seiler. Ihre Beiträge spiegeln nicht nur das gattungs- und epochenübergreifende Forschungsinteresse und den interdisziplinären Zugang des Jubilars, sondern bezeugen Freundschaften, die sich aus allen Phasen seiner wissenschaftlichen Vita erhalten haben – von den studentischen Anfängen in Heidelberg über die prägende Zeit als Stipendiat in Rom an der Bibliotheca Hertziana bis zu seinem Wirken an den kunstgeschichtlichen Instituten der Freien Universität und der Humboldt-Universität zu Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Privatdozent, Leiter des Census und außerplanmäßiger Professor. Seine bella maniera geht über den kunsthistorischen terminus technicus hinaus und verbindet „altehrwürdige erlernbare Praktiken“ der Kunstgeschichte, innovative Forschungsansätze und die feine Art des menschlichen Umgangs.

arthistoricum.net – ART-Books
Heidelberg, 2021
ISBN 978-3-948466-93-0 (PDF)
ISBN 978-3-948466-94-7 (Hardcover)

Link zum Verlag: https://books.ub.uni-heidelberg.de/arthistoricum/catalog/book/855

Download PDF: https://doi.org/10.11588/arthistoricum.855

Fundstück #21

#21 Wanderungen eines Passionsbilds

Foto: Peter H. Feist (CC BY SA 4.0)

Mit diesem Passionsbild, das wir unter den Dias von Peter H. Feist gefunden haben, wünscht die Mediathek am Karfreitag 2021 schöne Ostertage. Das eigentiche Geschehen, der Kreuzweg und die Kreuzigung Christi, ist in der Gesamtheit der Darstellung erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Viel mehr Gewicht ist auf das in zeitgenössischem Kostüm gezeigte Volk und die zahlreichen, für die Ausführung der Kreuzigung verantwortlichen Soldaten gelegt. Im Zentrum ist die mit-leidende Maria Muttergottes mit begleitenden Frauen gesetzt. Diese, bei spätmittelalterlichen Darstellungen der Passion übliche Perspektive sollte es den Gläubigen erleichtern, sich in das Geschehen hineinzuversetzen.

Das Gemälde wurde um 1540 von einem unbekannten Künstler geschaffen. Die komplexe Bildkomposition und die teils raffinierten Figuren sind jedoch nicht sein Werk, sondern stammen von einer Zeichnung Albrecht Dürers von 1505, die meist als “Der große Kalvarienberg” betitelt wird. Sie befand sich später, hoch verehrt, in der Sammlung Kaiser Rudolfs II. in Prag. Jan Brueghel fertigte dort, ein Jahrhundert nach ihrer Entstehung, vermutlich in direktem Auftrag des Kaisers, ebenfalls ein Gemälde danach an (beides heute Florenz Uffizien). Gleichzeitig entstanden in dieser Zeit an verschiedenen Orten Reproduktionen im Druck. Wie der vermultlich in den südlichen Niederlanden tätige Maler des Genfer Bildes an die Bildkomposition Dürers gelangte, ist nicht geklärt. Jedenfalls scheint es zu seiner Zeit noch keine Drucke davon gegeben zu haben.

Peter H. Feist hat das Gemälde gemäß Beschriftung 1978 im Museum in Genf fotografiert – vielleicht weil er die Dürer-Vorlage erkannte, vielleicht aber auch nur wegen der besonders betonten Darstellung des Volks. (GS)

Literaturempfehlung: Christine Göttler: Die Fruchtbarkeit der Bilder: Kopieren nach Dürer um 1600, in: Kulturwissenschaftliche Zeitschrift, 7.2020, S. 41-62

(Link zum Datensatz: https://rs.cms.hu-berlin.de/ikb_mediathek/pages/view.php?ref=14782)

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