Katja Bernhardt

DR. KATJA BERNHARDT

Wiss. Mitarbeiterin an der Professur für die Kunstgeschichte Osteuropas
Erasmus-Koordination/Internationales

IKB, Georgenstraße 47, Raum: 2.08
Tel: 030.2093-66252
Fax: 030.2093-66251

katja.bernhardt@culture.hu-berlin.de
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SPRECHSTUNDE
Di, 11-13 Uhr


Redaktion kunsttexte.de/ostblick

 

 

 

 

Lehrveranstaltung im Wintersemester 2016/17

Wo reiten sie denn? Zwei Reiterdenkmäler im Vergleich, BA Module V, IX, D0. 10-12 Uhr, Georgenstr. 47, Raum 3.42

Denkmäler multiplizieren sich wie von selbst. Um ihre Errichtung wird gestritten, sie werden gesetzt, gefeierte, umgestaltet, niedergerissen, versteckt, neu aufgestellt. Der städtische Raum, in dem sie ihren Platz haben, verändert sich, mit ihm ihre Wahrnehmbarkeit und ihre räumlichen Bezüge. Die Denkmäler werden Symbole für Ereignisse oder Orte, ihr Bild wird in andere Medien transferiert. Erst durch all diese Faktoren werden die Denkmäler als solche konstituiert. Das bedeutet, dass sie sich gemeinsam mit ihrem gesellschaftlichen und räumlichen Kontext in einem permanenten Prozess der Transformation und der Aktualisierung befinden. Ein solches Denkmalverständnis eröffnet für die Kunst- und Bildgeschichte ein interessantes und komplexes Untersuchungsfeld. Es fordert dazu auf, gattungsübergreifend zu arbeiten, verschiedene analytische Zugänge anzuwenden und miteinander zu kombinieren. Im Seminar soll dieses Untersuchungsfeld erarbeitet werden. Um hierbei zugleich eine Sensibilität für die historische und räumlich-geografische Bedingtheit der Prozesse zu entwickeln, werden zwei Denkmäler im Vergleich betrachtet, das Reiterstandbild Friedrich II. (Berlin) und jenes Wladyslaw Jagiellos (Krakau). Ersteres wurde 1851 Unter den Linden am 111. Jahrestag der Thronbesteigung Friedrich II. enthüllt. Die Einweihung des Jagiellodenkmals vor den Toren der Krakauer Altstadt war zentrales Ereignis einer mehrtägigen Feier, mit der 1910 dem 500jährigen Jubiläum der Schlacht bei Tannenberg gedacht wurde. Dem umrissenen Konzept entsprechend werden die Denkmäler von den ersten Entwürfen bis hin zu ihrer Rolle in der Gegenwart betrachtet.

BA Kolloquium, BA Modul X (StPO 2009), XI (StPO 2014), Georgenstr. 47, Raum 3.42
24.10.2016, 7.11.2016, 21.11.2016, 5.12.2016, 9.1.2017, 23.1.2017, 6.2.2017, 16-18 Uhr

Im allgemeinen BA-Colloquium werden praktische und konzeptionelle Fragen der Vorbereitung und der Erstellung der BA-Arbeit besprochen (Ablauf des Abschlussverfahrens, Themenfindung, wissenschaftlicher Aufbau und formale Gestaltung der Arbeit, Literatur- und Bildrecherche, Umgang mit Literatur- und Abbildungsnachweisen usw.). Das allgemeine BA-Colloquium ersetzt nicht die fachliche Beratung und Begleitung der BA-Arbeit durch den Betreuer bzw. die Betreuerin der Arbeit, sondern ergänzt diese. Es wird deshalb nachdrücklich empfohlen, neben dem Colloquium, das vom Betreuer bzw. von der Betreuerin angeboten wird, auch das allgemeine BA-Colloquium zu besuchen.

 

Forschungsschwerpunkte

Architektur, Städtebau, Architekturtheorie und Architektenausbildung im 19./20. Jh. in Ostmitteleuropa, Geschichte der Kunstgeschichte

Dissertation (2012):

„Stil – Raum – Ordnung. Die Architekturabteilung der TH Danzig (1904-1945) – Institution und Architekturtheorie“
P
Magisterarbeit (2003)
:

„Hans Bernhard Reichows ’Gedanken zur städtebaulichen Entwicklung des Groß-Stettiner Raumes’ (1940). Darstellung des Wirkens des Architekten in Stettin 1936-1945 und Analyse der Schrift“
m
Laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte mit StudentInnen

Das Studium der Kunstgeschichte an der Berliner Universität um 1900 (gemeinsam mit Carolin Behrmann M.A.)

Bildende Künstler und Architekten aus dem „europäischen Osten“ in Berlin im 19. Jahrhundert. (gemeinsam mit Prof. Dr. Adam Labuda)

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Publikationen (Auswahl)

MONOGRAPHIE

Stil – Raum – Ordnung. Architekturlehre in Danzig 1904-1945, Berlin, 2015 (Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte, 19).

ARTIKEL

Der Entwurf als Kampfmittel. Stadtplanungskonzepte im Reichsgau Danzig-Westpreußen, in: Krieg und Stadt im 20. Jahrhundert, Beiträge der Tagung der Deutsch-Tschechischen-Slowakischen Historikerkommission 2015 in Košice (in Redaktion).

‚Provinz‘ – ‚Heimat‘ – ‚Nation‘. Die Inventarisation von Bau- und Kunstdenkmälern in Danzig und Westpreußen (1879-1945) und ihre Bearbeitung in der BRD, in: Die Geschichte der Musikkultur in Danzig und Westpreußen. Perspektiven einer transnationalen Forschung, hg. v. Erik Fischer, erscheint voraussichtl. 2016 (in Vorbereitung zum Druck).

Kunstwissenschaft versus Kunstgeschichte? Die Geschichte der Kunstgeschichte in der DDR in den 1960er und 1970er Jahren als Forschungsgegenstand, in: (Dis)Kontinuitäten. Kunsthistoriographien im östlichen Europa nach 1945, hg. v. Katja Bernhardt und Antje Kempe, kunsttexte.de/ostblick, Nr. 4, 2015 (19 Seiten), www.kunsttexte.de/ostblick.

Kronzeugin aus Backstein. Die Historiografie zur Architektur- und Baugeschichte der Marienkirche zu Danzig von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1945, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, 2013, S. 87-105.

„Schule“ – ein überholter Ordnungsbegriff mit Potenzial, in: Architekturschule. Programm, Pragmatik, Propaganda, hg. v. Klaus Jan Philipp und Kerstin Renz, Tübingen, Berlin, 2012, S. 29-37.

The historiography of art history in the second row. PhD-theses at the Department of Architecture, Danzig/Gdansk University of Technology (1904-1945), in: History of Art History in Central, Eastern and South-eastern Europe, ed. by Jerzy Malinowski, vol. 1, Toruń, 2012, S. 217-225.

Inwentaryzacja zabytków sztuki między nauką i polityką. Prusy Wschodnie i Wolne Miasto Gdańsk [Denkmalinventarisation zwischen Wissenschaft und Politik. Westpreußen und Freien Stadt Danzig], in: Biuletyn Historii Sztuki, 72 (2010), H. 3, S. 263-292.

Oddział architektury w dawnej Wyższej Szkole Technicznej w Gdańsku (1904-1945). Struktura, wykładowców, koncepcje / Department of Architecture at the former Higher Technical School in Gdańsk (1904-1945). Structure, Teachers, Ideas, in: Rocznik Historii Sztuki, 35 (2010), S. 115-137.

Das Studium der Kunstgeschichte an der Berliner Universität. Ein Forschungsproblem, in: In der Mitte Berlins. 200 Jahre Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität, hrsg. v. Horst Bredekamp und Adam S. Labuda, Berlin 2010, S. 139-145 (Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte 12); gemeinsam mit Carolin Behrmann.

Die „Wiederherstellung des alten Stadtbildes“. Architektur und Erinnerungskultur in der Freien Stadt Danzig,  in: Erinnerungskultur und Regionalgeschichte, hrsg. v. Harald Schmid, München, 2009, S. 109-128.

„Zielone miasto portowe nad rzeką i morzem“. Urbanistyczna wizja Szczecina Hansa Bernharda Reichowa [„Grüne Hafenstadt über Strom und See”. Eine städtebauliche Vision für Stettin von Hans Bernhard Reichow], in: Sztuka XX wieku w Szczecinie i na Pomorzu Zachodnim. Przemiany i kontynuacje, Materiały z Seminarium Naukowego Szczecińskiego Oddziału Stowarzyszenia Historyków Sztuki, Szczecin 18-19 listopada 2005 [Kunst des 20. Jahrhunderts in Stettin und Westpommern. Brüche und Kontinuitäten, Materialien des wissenschaftlichen Seminars der Stettiner Abteilung des Verbandes der Kunsthistoriker, Stettin 18.-19. November 2005], Szczecin, 2008, S. 55-71.

Historismen? Modernismen!, in: Kritische Berichte, 35 (2007), H.1, S. 3-10; gemeinsam mit Christian Welzbacher.

Modern oder historistisch? Architekturtheorie und „Stadtbild“ in Danzig (Gdansk) um 1930, in: Kritische Berichte 35 (2007), H.1, S. 47-61.

1945 – ein Bruch? Stadtplaner in Stettin und Szczecin, in: Die Aneignung fremder Vergangenheit in Nordosteuropa am Beispiel plurikultureller Städte (20. Jahrhundert), hrsg. v. Thomas Serrier, Themenheft des Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte, NF 15 (2006), S. 38-59; gemeinsam mit Jan Musekamp.

Vom virtuellen Regen in die globale Taufe. Die Info-Box am Potsdamer Platz als zeitgemäße Architektur, in: Kritische Berichte, 27 (1999), H. 2, S.39-51; gemeinsam mit Christian Welzbacher.

Vollständige Veröffentlichungsliste (Stand Oktober 2016)
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