Katja Bernhardt

DR. KATJA BERNHARDT

Wiss. Mitarbeiterin an der Professur für die Kunstgeschichte Osteuropas
Erasmus-Koordination/Internationales

IKB, Georgenstraße 47, Raum: 2.08
Tel: 030.2093-66252
Fax: 030.2093-66251

katja.bernhardt@culture.hu-berlin.de

SPRECHSTUNDE
Di, 11-13 Uhr

FERIENSPRECHSTUNDEN
Di, 25. Juli 2017, 11-13 Uhr
Di, 22. August 2017, 11-13 Uhr
Di, 26. September 2017, 11-13 Uhr
erste reguläre Sprechstunde im WS 2017/18: Di, 10. Oktober 2017, 11-13 Uhr

Redaktion kunsttexte.de/ostblick

 

 

 

 

Lehrveranstaltung im Sommersemester 2017

SE: Marx und Lenin und die Kunst, MA Module III, VII, Fr. 12-14 Uhr, Georgenstr. 47, Raum 3.42

Blättert man Publikationen durch, die sich der Geschichte einer marxistischen Kunstgeschichte und Aktualisierungen derselben in den letzten Jahrzehnten zuwenden, so sucht man weitgehend vergebens nach entsprechenden Darstellungen zur Geschichte der Kunstgeschichte in den ehemaligen sozialistischen Ländern. Dieser Befund verwundert, sollte sich doch die gesamte Geisteswissenschaft im Sozialismus – dem Anspruch der kommunistischen respektive sozialistischen Parteien nach – an der marxistischen Ideologie ausrichten. Tatsächlich kam diese Ideologie in den Ländern, die unter der Hegemonie der Sowjetunion standen, in einer besonderen, und zwar in der von Lenin am Beginn des 20. Jahrhunderts vorgenommenen Modifizierung zum Tragen. Mit der Anwendung des Marxismus-Leninismus auf die kunstgeschichtliche Forschung war dabei nicht nur die Forderung nach neuer, auf dem historischen Materialismus gründender Erkenntnis verbunden. Kunstgeschichtliche Forschung sollte auch wissenschaftlich fundierte Kritik der Gegenwartskunst liefern und auf diese Weise zu ihrer weiteren Entwicklung und damit zum Aufbau des Sozialismus beitragen. Was bedeutete nun aber marxistische Kunstgeschichte im Sozialismus? Gab es eine solche überhaupt, oder blieb sie reine Theorie? Worin unterscheiden sich marxistisch-leninistische Kunstgeschichte in den sozialistischen Ländern und marxistische Konzepte kunstgeschichtlicher Forschung im Westen? Das Seminar wendet sich diesen Fragen ausgehend von der Kunstgeschichtsschreibung in der DDR zu. Es folgt dabei der Grundannahme, dass der Umgang mit dem Marxismus-Leninismus ambivalent war und sowohl als Beengung wie als Perspektiverweiterung begriffen und mitunter mit diesem Ziel geschickt (aus)genutzt wurde. Um die Spezifik dieser besonderen Spielart marxistischer Kunstgeschichtsschreibung und kunstwissenschaftlicher Praxis erkennbar zu machen, werden im Seminar vorauslaufende Konzepte, wie etwa aus der Zwischenkriegszeit, und jeweils zeitgenössische Zugänge und Kritiken aus Ost (Sowjetunion) und West (vor allem, damalige BRD) zu ihr in Bezug gesetzt.

 

SE: Moskau – Arena russischer Geschichte und Gegenwart (gemeinsam mit Prof. Dr. Michaela Marek), BA Modul V, IX (StPO 2009), X (StPO 2014), Di, 16-18 Uhr, Georgenstr. 47, Raum 3.42

EX: Moskau (gemeinsam mit Prof. Dr. Michaela Marek), BA Modul VII, MA Modul IV

Moskau war (bis auf die Zeit von 1721 bis 1918, als es diese Rolle an St. Petersburg abgeben musste) das politische Zentrum des russischen Reiches, später der Sowjetunion, und ist jetzt Hauptstadt der Russischen Föderation. Die Stadt war und ist in dieser Funktion Zentrum und Drehpunkt innerrussischer politischer und kultureller Debatten und Entwicklungen. Zugleich wurden und werden dort Impulse, die aus unterschiedlichen kulturellen und geografischen Richtungen kamen und kommen, in einer spezifischen Weise Transformationsprozessen unterzogen. In diesem sich immer wieder neu formierenden Spannungsfeld entwickelte die Stadt ein nicht selten weit über die Grenzen des Reiches bzw. Staates hinausreichendes Selbstverständnis und Sendungsbewusstsein, das auch auf die Stadt selbst zurückwirkte. Moskau zeigt sich so als eine Stadt, in der sich Traditionen, Modernität, Ansprüche und Veränderungsdruck in einem permanenten, hochdynamischen Aushandlungsprozess befanden und befinden. Das Seminar möchte dieser Entwicklung über die Jahrhunderte hinweg nachgehen. Es fragt danach, wie die besondere Rolle der Stadt, die Dynamik ihrer Entwicklung und das Selbstverständnis ihrer Bewohner räumlichen, baulichen und künstlerischen Ausdruck – einschließlich visueller Imaginationen – gefunden haben. Das Seminar ist in einem engen Verbund mit der Vorlesung „Russland und/in Europa“ konzipiert. Während in der Vorlesung die russische Kunst und ihre Entwicklung in einen weiteren, über Russland hinausgehenden Kontext gesetzt werden, nimmt das Seminar die umgekehrte Perspektive ein und verfolgt die Entwicklung und die Spezifik der russischen Kunst, der Architektur und der Stadtentwicklung in ihrer Dynamik vor Ort. Es dient in dieser Weise zugleich der Vorbereitung der Exkursion nach Moskau, die für den September geplant ist.

 

Forschungsschwerpunkte

Architektur, Städtebau, Architekturtheorie und Architektenausbildung im 19./20. Jh. in Ostmitteleuropa, Geschichte der Kunstgeschichte

Dissertation (2012):

„Stil – Raum – Ordnung. Die Architekturabteilung der TH Danzig (1904-1945) – Institution und Architekturtheorie“
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Magisterarbeit (2003)
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„Hans Bernhard Reichows ’Gedanken zur städtebaulichen Entwicklung des Groß-Stettiner Raumes’ (1940). Darstellung des Wirkens des Architekten in Stettin 1936-1945 und Analyse der Schrift“
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Laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte mit StudentInnen

Das Studium der Kunstgeschichte an der Berliner Universität um 1900 (gemeinsam mit Carolin Behrmann M.A.)

Bildende Künstler und Architekten aus dem „europäischen Osten“ in Berlin im 19. Jahrhundert. (gemeinsam mit Prof. Dr. Adam Labuda)

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Publikationen (Auswahl)

MONOGRAPHIE

Stil – Raum – Ordnung. Architekturlehre in Danzig 1904-1945, Berlin, 2015 (Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte, 19).

ARTIKEL

Der Entwurf als Kampfmittel. Stadtplanungskonzepte im Reichsgau Danzig-Westpreußen, in: Krieg und Stadt im 20. Jahrhundert, Beiträge der Tagung der Deutsch-Tschechischen-Slowakischen Historikerkommission 2015 in Košice (in Redaktion).

‚Provinz‘ – ‚Heimat‘ – ‚Nation‘. Die Inventarisation von Bau- und Kunstdenkmälern in Danzig und Westpreußen (1879-1945) und ihre Bearbeitung in der BRD, in: Die Geschichte der Musikkultur in Danzig und Westpreußen. Perspektiven einer transnationalen Forschung, hg. v. Erik Fischer, erscheint voraussichtl. 2016 (in Vorbereitung zum Druck).

Kunstwissenschaft versus Kunstgeschichte? Die Geschichte der Kunstgeschichte in der DDR in den 1960er und 1970er Jahren als Forschungsgegenstand, in: (Dis)Kontinuitäten. Kunsthistoriographien im östlichen Europa nach 1945, hg. v. Katja Bernhardt und Antje Kempe, kunsttexte.de/ostblick, Nr. 4, 2015 (19 Seiten), www.kunsttexte.de/ostblick.

Kronzeugin aus Backstein. Die Historiografie zur Architektur- und Baugeschichte der Marienkirche zu Danzig von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1945, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, 2013, S. 87-105.

„Schule“ – ein überholter Ordnungsbegriff mit Potenzial, in: Architekturschule. Programm, Pragmatik, Propaganda, hg. v. Klaus Jan Philipp und Kerstin Renz, Tübingen, Berlin, 2012, S. 29-37.

The historiography of art history in the second row. PhD-theses at the Department of Architecture, Danzig/Gdansk University of Technology (1904-1945), in: History of Art History in Central, Eastern and South-eastern Europe, ed. by Jerzy Malinowski, vol. 1, Toruń, 2012, S. 217-225.

Inwentaryzacja zabytków sztuki między nauką i polityką. Prusy Wschodnie i Wolne Miasto Gdańsk [Denkmalinventarisation zwischen Wissenschaft und Politik. Westpreußen und Freien Stadt Danzig], in: Biuletyn Historii Sztuki, 72 (2010), H. 3, S. 263-292.

Oddział architektury w dawnej Wyższej Szkole Technicznej w Gdańsku (1904-1945). Struktura, wykładowców, koncepcje / Department of Architecture at the former Higher Technical School in Gdańsk (1904-1945). Structure, Teachers, Ideas, in: Rocznik Historii Sztuki, 35 (2010), S. 115-137.

Das Studium der Kunstgeschichte an der Berliner Universität. Ein Forschungsproblem, in: In der Mitte Berlins. 200 Jahre Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität, hrsg. v. Horst Bredekamp und Adam S. Labuda, Berlin 2010, S. 139-145 (Humboldt-Schriften zur Kunst- und Bildgeschichte 12); gemeinsam mit Carolin Behrmann.

Die „Wiederherstellung des alten Stadtbildes“. Architektur und Erinnerungskultur in der Freien Stadt Danzig,  in: Erinnerungskultur und Regionalgeschichte, hrsg. v. Harald Schmid, München, 2009, S. 109-128.

„Zielone miasto portowe nad rzeką i morzem“. Urbanistyczna wizja Szczecina Hansa Bernharda Reichowa [„Grüne Hafenstadt über Strom und See”. Eine städtebauliche Vision für Stettin von Hans Bernhard Reichow], in: Sztuka XX wieku w Szczecinie i na Pomorzu Zachodnim. Przemiany i kontynuacje, Materiały z Seminarium Naukowego Szczecińskiego Oddziału Stowarzyszenia Historyków Sztuki, Szczecin 18-19 listopada 2005 [Kunst des 20. Jahrhunderts in Stettin und Westpommern. Brüche und Kontinuitäten, Materialien des wissenschaftlichen Seminars der Stettiner Abteilung des Verbandes der Kunsthistoriker, Stettin 18.-19. November 2005], Szczecin, 2008, S. 55-71.

Historismen? Modernismen!, in: Kritische Berichte, 35 (2007), H.1, S. 3-10; gemeinsam mit Christian Welzbacher.

Modern oder historistisch? Architekturtheorie und „Stadtbild“ in Danzig (Gdansk) um 1930, in: Kritische Berichte 35 (2007), H.1, S. 47-61.

1945 – ein Bruch? Stadtplaner in Stettin und Szczecin, in: Die Aneignung fremder Vergangenheit in Nordosteuropa am Beispiel plurikultureller Städte (20. Jahrhundert), hrsg. v. Thomas Serrier, Themenheft des Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte, NF 15 (2006), S. 38-59; gemeinsam mit Jan Musekamp.

Vom virtuellen Regen in die globale Taufe. Die Info-Box am Potsdamer Platz als zeitgemäße Architektur, in: Kritische Berichte, 27 (1999), H. 2, S.39-51; gemeinsam mit Christian Welzbacher.

Vollständige Veröffentlichungsliste (Stand Oktober 2016)
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