Fundstück #32

#32 Kleine Zahlen

Diapositive von Walter Müller-Grah

Abb. 1. Dia mit Abbildung von Aufrisszeichnungen der Ost- und Westansicht von St. Godehard in Hildesheim (nach Kunstdenkmälerinventar Hannover 1911), Handschrift unbekannt, um 1911/15. Digitalisat: Mediathek des IKB.

Dass die auf den Dias vermerkten Inventar- oder Eingangsnummern eine große Rolle für die Erschließung und Erforschung der Lehrbildsammlung spielen, wurde hier schon mehrfach erwähnt (vgl.Fundstück 30). Unser heutiges Fundstück wirft, wie weiter unten beschrieben wird, hingegen die Frage auf, welche Funktion diese Nummern im seinerzeitigen Diatheksbetrieb über die Herstellung- oder Erwerbungsprozedur hinaus gehabt haben könnten. Eine eindeutige Antwort darauf – das sei vorab schon verraten – haben wir bislang nicht.

Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die Inventarnummern für die Aufstellung der Dias keine Rolle spielten, denn dadurch wäre eine thematische Willkür entstanden. Eine solche, „mechanische“ Aufstellung hätte im Praxisbetrieb nur Sinn gemacht, wenn es einen eigenen Katalog zum Auffinden der thematisch passenden Dias gegeben hätte. Hierauf deutet nichts hin und das wäre für eine kunsthistorische Lehrbildsammlung auch untypisch, denn man sollte – ebenso wie in der Institutsbibliothek – vor Ort möglichtst schnell etwas finden. Anders hingegen in den großen wissenschaftlichen Zentrakbibliotheken, die bis vor wenige Jahrzehnten nur mit Magazinbetrieb arbeiteten: Hier musste zunächst die betreffende Nummer im Bibliothekskatalog ermittelt werden und das Buch wurde dann vom Personal im Magazin ‚ausgehoben‘. Im Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität stehen die ehemals magazinierten kunsthistorischen Altbestände heute frei. Man sieht aber sofort: Ohne Katalog würde man hier nichts finden; „Kunst 665:82:F8“ sagt nur etwas über Format und Erwerbungsreihenfolge aus. Daher steht auch neben keinem Buch ein thematisch passendes, sondern links dasjenige, das zuvor und rechts dasjenige, das anschließend erworben und eingestellt wurde.

Zurück zu den kunsthistorischen Lehrdias. Sie waren wohl immer inhaltlich geordnet: Nach Kunstlandschaften, -gattungen und -epochen sowie am Ende alphabetisch nach Orten und Namen. Wenn einmal mehrere Inventarnummern nebeneinander zu stehen kamen, dann nur deswegen, weil mehrere Dias zu einem Objekt in einem Auftrag angefertigt wurden.

Allerdings scheinen die Eingangsnummern bei den Lehrdias offenbar noch im weiteren Verlauf der Nutzung eine gewisse Rolle gespielt zu haben. Das muss man daraus schließen, dass sie – und das ist der kleine, aber interessante Punkt bei unserem aktuellen Fundstück – in manchen Fällen, als sie unlesbar zu werden drohten, in Bleistift noch einmal an anderer Stelle neu angegeben wurden.

Beschriftung

Abb. 2. Auschnitt der Beschriftung mit nachgetragener Inventar-/Eingangsnummer. Digitalisat: Mediathek des IKB.

Bei unserem Beispiel ist die ganz am rechten unteren Rand des Papieretiketts in roter Tinte geschriebene Nummer durch das häufige Einschieben des Dias in den Projektor fast vollständig abgerieben. Heute kann nur noch durch die Bleistiftnotiz nachvollzogen werden, dass es sich um die Nummer 19610 handelte (Abb. 2). Nach unseren bisherigen Kenntnissen wurde diese Nummer um 1913 vergeben. Das Dia zeigt die Ost- und die Westansicht der Benediktiner-Klosterkirche St. Godehard in Hildesheim in Form von Aufrisszeichnungen aus dem 1911 erschienenen Kunstdenkmäler-Inventar der Provinz Hannover. Es wurde vom beauftragten Fotografen als Repro angefertigt, vielleicht – hier kann momentan nur spekuliert werden – für die Vorlesung „Die Kunst des Mittelalters“ von Max Georg Zimmermann im Winter 1911/12, oder für die „Deutsche Architektur im Mittelalter“ von August Grisebach im Sommer 1915. Da es sich um einen bedeutenden Bau handelt, wurde das Dia im Rahmen der Lehre der mittelalterlichen Architekturgeschichte offenbar weiterhin häufig gezeigt und dabei deutlich abgenutzt.

Für welchen Zwecke nun die Nummer im Betrieb weiterhin relevant war, so dass sie noch einmal lesbar notiert werden musste, wissen wir (noch) nicht: Denkbar wäre eine Bedeutung bei Bestandsrevisionen, oder auch einfach als Identifizierungsmöglichkeit, etwa für die Ausleihe, die vielleicht in einem – ebenfalls nicht erhaltenen – Ausleihbuch mit der betreffenden Nummer vermerkt worden sein könnte. Oder war hier bereits historisches Interesse am Werk, das die relative Zeitstellung des Dias für die Nachwelt überlierfern wollte? (G.S.)

(Datensatz zum Dia: https://rs.cms.hu-berlin.de/ikb_mediathek/pages/view.php?ref=59580)

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Die Diapositive und Fotos aus den Sammlungen des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte tragen verschiedenste Spuren ihrer Herstellung und Nutzung und sind damit immer auch ein Stück Institutsgeschichte, Fachgeschichte oder Medien- und Technikgeschichte.
Die hier in loser Reihe vorgestellten Fundstücke sind als solche gemeint: Immer wieder fallen einzelne Objekte auf – aufgrund ihrer Beschaffenheit, aufgrund ihre Bildinhalte, aufgrund eines sonstigen Umstands – und geben Anlass zu weiteren Beobachtungen, Überlegungen, oder kleinen Recherchen. Wenn sich dann eine erste Geschichte abzeichnet, wird sie hier gelegentlich präsentiert. Nicht als Forschungsergebnis, sondern eher als Beobachtung, Vermutung, Frage, die zu weiterer Forschung führen kann. Zusätzliches Wissen in Form von Ergänzungen, aber auch Korrekturen, ist stets willkommen (mediathek.kunstgeschichte@hu-berlin.de). Im Text geäußerte Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autor:innen wieder.

Eintägige Ausstellung: “Historien Bilder Heute” im Rahmen des Seminars ‘Geschichte erzählen – vom Aufsatz zur Ausstellung’

Ausstellung Historien Bilder HeuteHistorien Bilder Heute Ausstellung des Seminars 'Geschichte erzählen – vom Aufsatz zur Ausstellung'
des Seminars ‘Geschichte erzählen – vom Aufsatz zur Ausstellung’

Freitag, 22.7.2022 | 12–16 Uhr
Führungen zu jeder vollen Stunde
Thaer-Institut, Invalidenstr. 42 | 10115 Berlin
Eintritt frei

Die eintägige Ausstellung Historien Bilder Heute wurde von den Studierenden des Seminars Geschichte erzählen – vom Aufsatz zur Ausstellung im Sommersemester 2022 geplant und stellt vier Forschungsprojekte aus, um die Fragen aufzuwerfen wie Historienbilder heute aussehen, welche AkteurInnen versuchen mit Bildern aktiv Geschichte zu schreiben und welche Medien dafür genutzt werden. Die Projekte kreisen um den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan 2021, die Satellitenbilder im Russland-Ukraine-Konflikt 2014 und -Krieg 2022, den Eisbären als Symbolträger des Klimawandels und die Zuschlags(brief)marke als historisches und museales Sammelobjekt bei Flutkatastrophen.

Fundstück #31

#31 Barocke Lichträume

Diapositive von Walter Müller-Grah

Walter Müller-Grah, Diapositive mit Aufnahmen der Kirchen in Dürnstein, Steingaden (Wies), Steinhausen, München (St. Joh. Nepomuk) und Vierzehnheiligen. Digitalisate: Mediathek des IKB.

Unter den Dias zur Barockarchitektur im deutschsprachigen Raum, die sich gerade in Katalogisierung befinden, fielen einige Bilder auf, die eine handschriftliche Signatur, wohl des Fotografen, trugen. Der zunächst nicht eindeutig lesbare Namenszug konnte bald entschlüsselt und dem Architekten und Fotografen Walter Müller-Grah zugeordnet werden, über den freilich noch recht wenig bekannt ist.

Die über 100 derartig gekennzeichneten Dias, die vor allem Kircheninnenräume, aber auch Außenansichten sowie Schlösser und Palais des 17. und 18. Jahrhunderts zeigen, fallen nicht nur durch die Beschriftung, sondern vor allem durch ihre Bildgestaltung auf. Anders als in der zeitgenössischen kunsthistorischen Architekturfotografie üblich, etwa bei Franz Stoedtner oder der Preußischen Meßbildanstalt, stehen nicht Totalansichten der Baukörper bzw. der Innenräume im Vordergrund. Kurze Brennweiten und starke Verzerrungen durch Verkippung der Kameraelemente sind vermieden. Anstelle eines symmetrischen Bildaufbaus sind Schrägblicke und die Fokussierung auf Schlüsselstellen wie etwa Gewölbeansätze zu beobachten. Der Fotograf scheut sich dabei nicht vor seitlichem An- und Abschneiden von Architekturelementen, sucht aber nie eine abstrahierende Bildsprache, sondern stellt die Raumsituation stets klar dar. Zumeist zeigen die Bilder eine eher helle, nicht allzu kontrastreiche Tonigkeit, die allerdings teils auch auf ein Ausbleichen des Materials zurückzuführen sein könnte. In manchen Fällen, wo es der Fotograf offenbar dem Objekt für angemessen hielt, werden aber auch extreme Effekte, wie etwa das in den dunklen Raum der Münchner Asamkirche einfallende Gegenlicht, herausgearbeitet (Abb., 2. v. r.).

Die Dias sind vom Fotografen selbst angefertigte Abzüge und stellen somit wertvolle Originale dar. Zwei Stück – es sind Aufnahmen in der Wallfahrtskirche von Vierzehnheiligen – wurden mit dem Datum 1913 versehen. Dies ließ zunächst vermuten, dass Walter Müller-Grah noch einer überwiegend dem 19. Jahrhundert zuzurechnenden Generation angehörte, was jedoch keineswegs der Fall ist. Der 1891 (als Sohn des kölnischen Architekten Alfred Müller-Grah?) Geborene war zum Zeitpunkt der datierten Aufnahmen gerade einmal 22 Jahre alt und starb erst 1976. Letzteres geht aus dem Nachlassverzeichnis des Bundesarchivs (W. Mommsen, Die Nachlässe in den deutschen Archiven, 1971, Nr. 6507) hervor, ebenso wie der Umstand, dass sich ein größerer fotografischer Nachlass im Stadtarchiv München befindet. Einzelnen Nennungen zufolge war Müller-Grah seit den 1930er Jahren Regierungsbaumeister in München, aber offenbar weiterhin nebenbei fotografisch tätig bzw. hat beide Aufgaben möglicherweise miteinander verbunden.

Innerhalb der Spätbarockarchitektur galt sein besonderes Interesse den im Rokokostil ausgestatteten oberbayerischen Kirchen der Asam-Brüder, Johann Michael Fischers und Dominikus Zimmermanns. Zum Hauptwerk des letzteren, der Wieskirche, veröffentlichte er 1936 mit dem ansonsten kaum bekannten Autor Adolf Heckel beim Verlag Langwiesche einen kleinen Bildband, aus dessen Aufnahmen auch einige Dias in der Lehrsammlung aufgefunden wurden (Abb., 2. v.l.). Das Erscheinen der Publikation markiert die Phase eines ungewöhnlich regen Interesses an diesem Bauwerk: Im gleichen Jahr widmete ihm der Kunsthistoriker, Fotograf und Filmer Carl Lamb (1905-1968) – die Auseinandersetzung mit den Lichtwirkungen im Raum noch einmal auf eine neue Stufe hebend – sogar einen Film, betitelt „Raum im kreisenden Licht“. Lamb veröffentlichte 1937 zudem das Buch „Die Wies, das Meisterwerk von Dominikus Zimmermann“, in dem er auch seine filmischen Experimente verarbeitete. Ein Jahr später erschien der Bildband „Barockkirchen in Altbayern und Schwaben“ von Gustav Barthel (1903-1973) mit Aufnahmen des damals überaus bekannten Fotografen Walter Hege (1893-1955), in dem die Wieskirche ebenfalls in Szene gesetzt wurde.

Diese Initiativen sind nicht nur Zeugnis einer allgemeinen Konjunktur, sondern wohl auch direkter Ausdruck des Wirkens einer zentralen Figur der damaligen Kunstgeschichtsforschung. Wilhelm Pinder (1878-1947), der 1927 aus Leipzig auf den Lehrstuhl für Kunstgeschichte in München berufen worden war, hatte der Anerkennung der Barockarchitektur, bevor er sich zeitweilig vor allem mittelalterlicher Kunst zuwandte, mit dem Bildband „Deutscher Barock“ in der ebenfalls bei Langwiesche erscheinenden Reihe „Die Blauen Bücher“ bereits im Jahr 1912 auf breitester Front zum Durchbruch verholfen – auch wenn hier ausgerechnet die Wieskirche fehlte. Mit dem 1933, 21 Jahre später, in der gleichen Reihe erschienen Band „Deutsche Barockplastik“ meldete sich Wilhelm Pinder auf dem Themenfeld der Barockkunst erneut mit höchster Reichweite.

Über seine allgemeine Rolle hinaus stand Pinder jedoch in ganz direkter Verbindungen mit den genannten Personen: Carl Lamb promovierte bei ihm 1935 in München zur „Entwicklung der malerischen Architektur in Südbayern in der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts“. Gustav Barthel war ebenfalls zeitweilig Pinder-Schüler und es scheint fast, als habe ihm sein ehemaliger Lehrer für das genannte Buch nicht nur das Thema, sondern auch gleich noch seinen Fotografen Walter Hege, mit dem er in den 1920er Jahren die ikonischen Bände zu den mittelalterlichen Domen in Bamberg und in Naumburg publiziert hatte, überlassen. Aber auch Walter Müller-Grah scheint einen Platz in diesem Gefüge zu besitzen. In Pinders zweiten der genannten Bände der „Blauen Bücher“ von 1933 sowie in den etwa zur gleichen Zeit folgenden Neuauflagen des ersten Bandes sind zahlreiche Aufnahmen von ihm verwendet.

Es ist also nicht nur wahrscheinlich, dass eine persönliche Bekanntschaft zwischen Pinder und Müller-Grah vorlag, sondern auch, dass die in der Berliner Lehrsammlung vorhandenen Dias des Fotografen, die alle keinen Institutsstempel und keine Inventarnummer tragen, über Wilhelm Pinder dort Eingang fanden. Pinder löste 1935 Albert Erich Brinckmann auf dem Berliner Lehrstuhl ab und so ist es durchaus wahrscheinlich, dass er die Dias, die er von Müller-Grah in seiner Münchner Zeit erhalten haben könnte, beim Wechsel nach Berlin mitbrachte.

Müller-Grahs Gestalt kann bislang nur schemenhaft gezeichnet werden. Es wäre nicht nur zu beleuchten, wie einzelne Aspekte des wenigen Bekannten zusammenpassen – etwa der Umstand, dass er in den 1930er Jahren einerseits etabliert im höheren Staatsdienst stand, im zweiten Weltkrieg trotz fortgeschrittenen Alters noch als Offizier tätig war und vielleicht, wie Pinder, einem deutschnationalen Weltbild anhing, aber zugleich 1940 mit dem Designer und Architekten Wolfgang Wersin, der 1934 aus dem Amt des Direktors der Münchner Neuen Sammlung gedrängt worden war, das den Ideen der Moderne verpflichtete Buch „Das elementare Ornament und seine Gesetzlichkeit“ publizierte. Vielmehr stellt die generelle Erforschung seines fotografischen Werks, seiner Verbindungen zur zeitgenössischen Kunstgeschichtsforschung, aber auch seiner Tätigkeit als Regierungsbaumeister noch als Desiderat dar, dessen Bearbeitung aber angesichts einer vermutlich guten Quellenlage wohl erfolgversprechend wäre. (G.S.)

Bibliografische Angaben zu den beiden genannten Publikationen mit Fotografien Müller-Grahs:
Heckel, Adolf: Die Wies. Ein Meisterwerk des deutschen Rokoko. Mit 37 Aufnahmen von Walter Müller-Grah. Königstein, Leipzig (Langewiesche, Reihe der Eiserne Hammer) 1936.
Wersin, Wolfgang von: Das elementare Ornament und seine Gesetzlichkeit. Eine Morphologie des Ornaments. Lichtbilder v. Walter Müller-Grah; Textzeichnungen v. Herthe von Wersin. Ravensburg (Otto Maier-Verlag) 1940.

(Aufruf aller Aufnahmen von Walter Müller-Grah: https://rs.cms.hu-berlin.de/ikb_mediathek/pages/search.php?search=%2C+%40%4025573)

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Horst Bredekamp erhält den XXI Premio Internazionale Flaiano

Horst Bredekamp erhält den XXI Premio Internazionale Flaiano

Für seine lebens- und werkumfassende Studie “Michelangelo” haben die Ennio-Flaiano-Gesellschaft und das Italienische Außenministerium Horst Bredekamp den XXI. Premio internationale Flaiano di italienistica für das beste Sachbuch des Jahres in nicht-italienischer Sprache verliehen.

https://www.premiflaiano.com/

Der Preis ist eine der höchsten Auszeichnungen, die in Italien vergeben werden. Die Jury begründete ihre Wahl wie folgt: “Diese monumentale, in deutscher Sprache verfasste Studie über Michelangelos Werk bietet eine umfassende und gründliche Untersuchung des Werks des brillanten Renaissance-Künstlers. Neben der Analyse der bildhauerischen, malerischen und architektonischen Werke, die von zahlreichen Abbildungen begleitet werden, die die analysierten Merkmale sichtbar machen, befasst sich der Band auch mit den Versen Michelangelos. Jede Lebensphase Michelangelos wird durch eine Untersuchung des jeweiligen historischen, geografischen und kulturellen Kontextes eingeleitet, die dem Leser, auch dem Laien, hilft, die Realität, in der er lebte und arbeitete, zu verstehen.

Horst Bredekamp: Michelangelo

Bücherbasar auf Spendenbasis zur Unterstützung der Ukraine

Bücherbasar auf Spendenbasis

Der Bücherbasar wird auf Spendenbasis durchgeführt, deren Einnahmen in Partner- und Hilfsprogramme für ukrainische geflüchtete Studierende, Promovenden und Forschende fließen sollen.

Link: https://www.hu-berlin.de/de/pr/themen/humboldt-universitaet-stands-with-ukraine-1

Wann?
12.07. – 19.07.2022, 10 – 16 Uhr

Wo?
Atrium, Georgenstraße 47

Fundstück #30

#30 Bruchzahl

Glasdia von 1931 mit Grundriss des Essener Münsters (aus W.K. Kästner, Das Münster in Essen, 1930)

Abb. 1, Glasdia von 1931 mit Grundriss des Essener Münsters, Handschrift unbekannt. Digitalisat: Mediathek des IKB.

Die alten Diapostivie des IKB sind Träger vieler Spuren, die zumeist für sich selbst gelesen werden müssen, da sich nur wenig Aktenmaterial erhalten hat. Etwas hat sich aber doch erhalten, was wir nun auszuwerten begonnen haben, und auch allgmeinere Informationen, richtig kombiniert, helfen weiter.

Die Inventarnummern gehören mit zu den wichtigsten Spuren auf den Dias, da sie eine zumindest relative Zeitstellung, also eine Aussage darüber wann das Dia in die Sammlung aufgenommen wurde, angeben. Mann muss aber aufpassen, denn nicht jede Nummer auf einem Dia ist eine Inventarnummer und darüber hinaus gibt es auch mehrere Brüche in der Zählung.

Einen solchen Bruch, wohl den ersten in der Geschichte unserer Diathek, können wir jetzt genauer fassen: Im Sommer 1931 übernahm Albert Erich Brinckmann den Lehrsstuhl des Instituts, der seit der Emeritierung Adolph Goldschmidts im Jahr 1929 vakant bzw. lediglich vertreten war. Brinckmann entfaltete schon bei den Berufungsverhandlungen eine energische Aktivität zur Erneuerung des Instituts, die sich nicht nur auf räumliche Umstrukturierungen, sondern in sehr großem Umfang auch auf den Ausbau und die Erneuerung von Bibliothek, Fotothek und vor allem Diathek richtete. Brinckmann konnte Zusagen für Mittel im Umfang von 5000 Mark für Diapositive und – über drei Jahre verteilt und einschließlich der dafür geplanten Reisen nach Italien und Frankreich – 40.000 Mark für den Kauf von Büchern und Fotos erwirken (Univ. Arch. VD 02.026). Auch die Bücher und Fotos waren teils als Vorlagen für die Anfertigung von Dias gedacht. Außerdem konnte Brinckmann für die Produktion der Dias einen neuen Institutsdiener und Fotografen einstellen.

Stramm national orientiert, sympathisierte Brinckmann bereits damals mit den Nationalsozialisten. Sein Engagement zielte auch darauf, wo immer möglich, dem Ruf des Emeritus Adolph Goldschmidts, der die vergangenen zwei Jahrzehnte der Institutsgeschichte geprägt hatte, seinen Glanz zu nehmen. So schrieb er etwa im November 1931 an den Verwaltungsleiter in einem mit dem Betreff „Denkschrift zur Neuordnung des Kunstgeschichtlichen Instituts“ versehenen Brief: „Man darf sagen, dass ca. 40% der Diapositive durch Alter und Gebrauch so jämmerlich sind, dass wissenschaftliches Arbeiten mit ihnen kaum mehr möglich scheint.“ und versicherte zugleich: „Diese Erneuerung kann nur nach und nach geschehen, ist aber schon in die Wege geleitet.“

Abb. 2, Glasdia um 1930 mit Stich von Goltzius, Evtl. Handschrift Brinckmann, Digitalisat: Mediathek des IKB

Hiervon lässt sich einiges auch an den Dias selbst ablesen. Wohl nach dem Vorbild des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Köln, wo er zuvor, seit 1929, tätig war, ließ Brinckmann nun alle neu einzustellenden Diapositive mit einem Institutsstempel versehen. Er hatte aus Köln auch eine größere Menge – ihm aus welchem Grund auch immer zustehender – Diapositive nach Berlin mitgebracht und in Rechnung gestellt. Offenbar erschien es zu aufwändig, diese mit dem neuen Berliner Stempel zu versehen, so dass sie weiterhin nur den Kölner Stempel tragen (vgl. Abb. 2).

Zugleich wurde – wie zur Markierung einer Zeitenwende – auch eine neue Zählung der Dias eingeführt und die unter Grimm begonnene und von Wölfflin und Goldschmidt fortgeführte, bislang bei rund 45.000 angekommene Nummernreihe abgebrochen. Die Nummer 1, mit der die neue Reihe wohl begann, haben wir noch nicht gefunden, aber nun immerhin die Nummer 4 (s. Abb. 1). Das Dia mit einer Rekonstruktion des ottonischen Grundrisses des Essener Münsters wurde wohl für Brinckmanns Vorlesung im Wintersemester 1931/32, „Hauptwerke der deutschen Kunst von der Romanik bis zum Rokoko“, angefertgt. Bisherige Stichproben bei den mutmaßlich gegen Ende des Semesters (oder evtl. auch in der Anschlussveranstaltung des Sommersemesters 1932) gezeigten Werken des Barock und Rokoko ergaben Inventarnummern im Bereich von jenseits der 4000. Falls die Zuordnung stimmt, muss die Produktion der Dias von bislang ein, zwei Tausend pro Jahr also schlagartig nach oben geschnellt sein.

(G.S.)

(Aufruf des Datensatzes: https://rs.cms.hu-berlin.de/ikb_mediathek/pages/view.php?ref=59204)

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Annette Dorgerloh und Axel Klausmeier (Hg.): “Kunst und Kirche im Schatten der Mauer. Aktionen in der Evangelischen Versöhnungsgemeinde Berlin-Wedding”

Annette Dorgerloh und Axel Klausmeier (Hg.):

Kunst und Kirche im Schatten der Mauer. Aktionen in der Evangelischen Versöhnungsgemeinde Berlin-Wedding

Ihre Lage direkt an der Mauer und soziale Umstrukturierungen im Wedding waren Gründe dafür, dass die Evangelische Versöhnungsgemeinde in Berlin-Wedding sich seit den späten 1970er Jahren verstärkt mit moderner, vielfach provozierender sozialkritischer Kunst auseinandersetzte. Die Protagonisten um Pfarrer Manfred Fischer zogen Künstler, Musiker, Performer und Theaterleute hinzu. Dieser Band geht den vielfältigen Aktivitäten, Gemeindeprojekten und den von NIL Ausländer geschaffenen Kunstwerken nach und kontextualisiert sie vor dem Hintergrund der West- wie Ost-Berliner Kunstentwicklungen und der Teilungsgeschichte. Die Aktivitäten der Gemeinde haben die Stadt nachhaltig verändert und erweisen sich als Seismograph wie als Schrittmacher der zeittypischen Debatten um die sozialen Funktionen von Kunst und Kirche. Ohne Zweifel eine bemerkenswerte Facette der deutschen Teilungsgeschichte.

Die Publikation entstand im Zuge des gleichnamigen Forschungseminars im WiSe 2020/21 an der Humboldt-Universität zu Berlin und umfasst (u.a.) Beiträge von Studierenden des Master-Studiengangs Kunst-und Bildgeschichte.

Autor*Innen:
Annette Dorgerloh (HU Berlin), Stefanie Eisenhuth (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam), Hanno Hochmuth (Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und FU Berlin), Thomas Jeutner (Pfarrer), Axel Klausmeier (Stiftung Berliner Mauer und TU Cottbus-Senftenberg), Gerhard Sälter (Gedenkstätte Berliner Mauer), Esther Schabow (Gemeinderegion Berlin-Gesundbrunnen/Kirchengemeinde Versöhnung) sowie von der HU Berlin: Camilo Andres Castiblanco Bernal, Jeannette Bonefeld, Anna Leonie Hofmann, Luise Iffarth, Josephine Kemmet, Maya Komarnicki, Mark Kuhrke, Flavia Lamprecht und Pauline Schirmer (FU Berlin)

Die Publikation erschien in der Reihe “Beiträge zur Geschichte von Mauer und Flucht” im Ch.Links Verlag, Berlin Mai 2022, Hardcover, 248 Seiten mit 138 Schwarzweiß- und 30 Farbabbildungen.
ISBN: 978-3-96289-156-5

Link zum Verlag:
https://www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?view=3&titel_nr=9156&CFID=89884835&CFTOKEN=fbbd8de412ef40e3-32ADA6FB-D7A0-2D1E-B3DF22E79E3661E6

 

VERSTEIGERUNG | FWD: in all the books about war I read people survived cos they’re lucky

VERSTEIGERUNG

FWD:
in all the books about war I read people survived cos they’re lucky

FWD: in all the books about war I read people survived cos they're lucky

Die Ausstellung „FWD: In all the books about war I read people survived cos they were lucky” im Atrium ist vergangenen Donnerstag zuende gegangen. Zu sehen waren Plakate des ukrainischen Illustrator:innenkollektivs Pictoric, die sich thematisch mit dem Krieg gegen die Ukraine beschäftigen. Die Ausstellung wurde freundlicherweise vom Förderverein des IKB unterstützt, bei dem wir uns noch einmal sehr bedanken möchten!
Die Ausstellung ist nun abgebaut und wir haben uns gemeinsam mit Pictoric dazu entschieden, die Plakate zu versteigern. Dabei kommt der Erlös der humanitären Hilfe für ukrainische Binnenflüchtlinge zugute.(*)

Die Versteigerung findet am Mittwoch, den 8. Juni 2022 um 18 Uhr im Atrium statt.

Versteigert werden die Exponate der Ausstellung: 19 Plakate im Format DIN A0, sowie einige kleinere Formate und Serien, die im anhängenden PDF noch einmal aufgelistet sind.
Wir freuen uns sehr über eine rege Beteiligung und hoffen, dass alle Plakate ein neues Zuhause finden.

Herzliche Grüße,
Caroline Bayer und das kuratorische Team der Ausstellung

—–
(*) Oxana Matiychuk vom International Office an der Universität Czernowitz und der Ukrainisch-Deutschen Kulturgesellschaft Czernowitz am Zentrum Gedankendach kooperiert seit Jahren mit verschiedenen deutschen Universitäten, u.a. mit dem IKGS an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Dort wurde zu Kriegsbeginn ein Spendenkonto eingerichtet und regelmäßig Humanitäre Hilfstransporte über Rumänien an die ukrainische Grenze geschickt, die dort von Oxana und ihren Helfer:innen in Empfang genommen und zur Weiterverteilung koordiniert werden.

Oxana Matiychuk schreibt regelmäßig unter der Rubrik „Ukrainisches Tagebuch” in der Süddeutschen Zeitung. Dort berichtet u.a. über ihr Engagement und die Verteilung dieser Hilfslieferungen.

https://www.sueddeutsche.de/kultur/ukrainisches-tagebuch-oxana-matiychuk-1.5567298

Die Ausstellungseröffnung findet am 04.05.2022 ab 18 Uhr im Atrium des IKB statt.
Georgenstraße 47, 10117 Berlin

Ausstellungsdauer: 05. – 26. Mai 2022
jeweils Mo bis Fr 10–18 Uhr

Freier Eintritt

Seit Beginn der Invasion russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022 ist nicht nur für die Bevölkerung vor Ort, sondern auch über die Landesgrenzen hinweg nichts mehr, wie es einmal war. Künstler*innen rund um das Kollektiv Pictoric aus Kyiv verarbeiten das brutale und zugleich alltägliche Geschehen in ihren Illustrationen, die über Social Media-Kanäle geteilt werden – in Bildern, die vom Leben im Krieg erzählen, aber auch politische Ereignisse reflektieren. Eine Auswahl dieser Illustrationen ist in Kooperation mit dem Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu sehen.

Fotoimpressionen der Plakatausstellung:

Die Ausstellung wird mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins des Instituts für Kunst-und Bildgeschichte realisiert.

Fundstück #29

#29 Typologischer Bilderbogen

Glasdias mit Tafel aus Klosterneuburger Altar

Grablegung Christi aus dem Klosterneuburger Altar. Foto: unbekannt. Digitalisat: Mediathek des IKB.

Auch wenn sich dieses Dia in dem der anonymen Schatz- und Kleinkunst gewidmeten Schrank 14 befindet und obwohl sich das darauf abgebildete Werk im hohen Mittelalter entstand – einer Zeit als individuelle Urheberschaft noch nicht unbedingt dokumentiert und überliefert wurde –, kennt man hier Urheber und Datierung genau. Der sogenannte Klosterneuburger Altar wurde von einem aus Verdun stammenden Meister Nikolaus geschaffen und war – wie dieser selbst in einer nicht zu übersehenden Inschrift angegeben hat – im Jahr 1181 vollendet. Bei Meister Nikolaus‘ Werk handelte es sich ursprünglich um einen Altarvorsatz aus 45 Einzelbildern, der im 14. Jahrhundert, der damaligen Mode entsprechend, zu einem Flügelretabel umgearbeitet wurde und in dieser Form noch heute in dem bei Wien gelegenen Prämonstratenserkloster bewundert werden kann.

In der alten Lehrsammlung befinden sich nach aktueller Kenntnis 24 Dias dieses Werks, die alle unterschiedliche Tafeln zeigen. Das für die Anfertigung der Dias zugrundeliegende Interesse dürfte nicht nur oder in erster Linie auf die formalen Merkmale des Altars gerichtet gewesen sein – hierfür hätten weniger Szenen genügt oder wären auch Gesamtaufnahmen zu erwarten –, sondern vor allem auf die Bildinhalte, die Ikonografie der Szenen.

Das nach der Herkunft seines Meisters auch Verduner Altar genannte Werk ist nicht zuletzt deswegen berühmt, weil es wie kein anderes die in der mitteltalterlichen Theologie allgegenwärtige Gegenüberstellung von Altem und Neuem Testament, die sogenannte Typologie, zeigt: In drei Reihen übereinander sind jeweils Ereignisse aus dem Alten Testament vor der Gesetzgebung durch Moses (oben), nach der Gesetzgebung (unten) sowie aus dem Neuen Testament (in der Mitte) dargestellt. Aus dieser mittleren Reihe stammt das zum morgigen Karfreitag passende Bild der Grablegung Jesu. Auf dem Dia ist wurde nachträglich in Bleistift markiert, dass sich das Bildfeld an 11. Stelle von links in der heutigen Anordnung befindet, mit – den auf dem Dia nicht sichtbaren – darüber und darunter liegenden Darstellungen von Joseph im Brunnen und Jonas im Bauch des Wals als zugeordneten Szenen des Alten Testaments.

Wie die anderen Dias dieses Gegenstands, die ähnlich beschriftet sind, wurde es vermutlich für eine der mit “Ikonographie des Mittelalters” betitelten Lehrveranstaltungen angefertigt, die Leopold Giese (s. a. Fundstück #27) in den Wintersemestern 1929/30, 1930/31 u. 1931/32 anbot. Hierauf deutet neben dem Bildinhalt das Kürzel „Gi“ hin, mit dem der Institutsfotograf wohl den Auftrag gekennzeichnet hat. Beim jetzigen Stand Katalogisierung ist ist es noch nicht möglich, die Inventarnummer 43576 einem der genannten Semester direkt zuzuordnen.

Die verblassten Beschriftungen, welliges Papier und Schlieren unter dem Glas zeigen einen Wasserschaden, den auch benachbarte Dias aufweisen. Ob dieser im Zuge der Beschädigung der Institutsräume im Zweiten Weltkrieg oder bei späteren Aufstellungen in Kellerräumen entstand, ist nicht mehr nachzuvollziehen. Der Fotoschicht selbst hat die Behandlung anscheinend nicht geschadet. Die kontrastreiche Schwarzweissaufnahme, deren Vorlage unbekannt ist, bringt die grafischen Qualitäten der Bildschöpfungen Meister Nikolaus‘ nach wie vor hervorragend zur Ansicht. (G.S.)

(Aufruf aller Datensätze mit Glasdias vom Klosterneuburger Altar: https://rs.cms.hu-berlin.de/ikb_mediathek/pages/search.php?search=q1776474%2C+%40%4019203)

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Die Diapositive und Fotos aus den Sammlungen des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte tragen verschiedenste Spuren ihrer Herstellung und Nutzung und sind damit immer auch ein Stück Institutsgeschichte, Fachgeschichte oder Medien- und Technikgeschichte.
Die hier in loser Reihe vorgestellten Fundstücke sind als solche gemeint: Immer wieder fallen einzelne Objekte auf – aufgrund ihrer Beschaffenheit, aufgrund ihre Bildinhalte, aufgrund eines sonstigen Umstands – und geben Anlass zu weiteren Beobachtungen, Überlegungen, oder kleinen Recherchen. Wenn sich dann eine erste Geschichte abzeichnet, wird sie hier gelegentlich präsentiert. Nicht als Forschungsergebnis, sondern eher als Beobachtung, Vermutung, Frage, die zu weiterer Forschung führen kann. Zusätzliches Wissen in Form von Ergänzungen, aber auch Korrekturen, ist stets willkommen (mediathek.kunstgeschichte@hu-berlin.de). Im Text geäußerte Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autor:innen wieder.

German funding programmes for scholars at risk and a list of institutional contacts Verband Deutscher Kunsthistoriker

German funding programmes for scholars at risk
and a list of institutional contacts

The Association of German Art Historians stands in solidarity with the people in Ukraine who are suffering from the war. Our thoughts are with our colleagues living and working in Ukraine. In view of the current situation, we would like to draw the attention of our colleagues in Ukraine to the fact that funding institutions such as the Alexander von Humboldt Foundation now also allow Ukrainian researchers to apply for scholars at risk programmes.

Асоціація німецьких мистецтвознавців висловлює солідарність населенню України, яке страждає від війни. Наші думки з нашими колегами, які живуть і працюють в Україні. З огляду на теперішню ситуацію, ми хотіли б звернути увагу наших колег в Україні на те, що установи, такі як Фонд Александра фон Гумбольдта, тепер також дозволяють українським дослідникам, які опинилися в небезпеці, подавати заявки на програми.

Hochschule/Forschung Osteuropa Verband Deutscher Kunsthistoriker