Menzel-Dach

Seminar für künstlerisch-ästhetische Praxis („Menzel-Dach“)

Das Seminar für künstlerisch-ästhetische Praxis wurde 1992 als Teil des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte gegründet. Es verbindet die kunstgeschichtliche Lehre mit der Praxis künstlerisch-ästhetischer Schulung. Dieser Ansatz ist deutschlandweit einzigartig.

Am „Menzel-Dach“ werden die Techniken künstlerischen Gestaltens und historische druckgraphische Verfahren vermittelt. Dabei geht es um den Nachvollzug der komplexen Denk- und Arbeitsschritte eines kreativen Prozesses, ebenso aber um das Verständnis verschiedener Techniken des Gestaltens – darunter insbesondere des Zeichnens – als Techniken der strukturierten Aneignung und der Wissensgenerierung sowie, nicht zuletzt, um die Ausbildung der Urteilsfähigkeit in Bezug auf historische Produktions- und Reproduktionsverfahren.

Ziel ist, Studierende – zusätzlich zur abstrakten und virtuellen Kenntnis von Materialien und ihrem Verhalten – mit Werkprozessen einschließlich des Wechselspiels zwischen mentaler und händischer Annäherung an ein Thema  vertraut zu machen und ihnen in der Auseinandersetzung mit der Widerständigkeit von Dingen und den Grenzen der eigenen Fertigkeit ein Urteilsvermögen in Bezug auf künstlerisch produzierte (und nicht nur erdachte) Artefakte zu vermitteln.

Die Lehre im Bereich der künstlerisch-ästhetischen Praxis verbindet also
1) die vielseitige Empirie historischer und aktueller künstlerischer Techniken,
2) die Wissensvermittlung in Bezug auf ihre historische bzw. aktuelle Verbreitung und kulturelle Relevanz sowie
3) die Schulung der Urteilsfähigkeit, speziell des Verständnisses für wechselseitig wirksame Zusammenhänge zwischen Material, Technik und Form.

Das Lehrangebot des Seminars für künstlerisch-ästhetische Praxis richtet sich an Hörer aller Fakultäten und mit ausgewählten Lehrveranstaltungen speziell an die Studierenden der Kunst- und Bildgeschichte.

Postadresse:

Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Menzel-Dach
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Sitz:

Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Kunst- und Bildgeschichte
Menzel-Dach
Georgenstraße 47, Pergamonpalais
10117 Berlin

Kontakt:

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Ulrike Koloska M.A.
Georgenstraße 47, Pergamonpalais
10117 Berlin
Raum: 2.02
Tel: 030.2093-66170
ulrike.koloska@culture.hu-berlin.de
Sprechzeiten (während des Semesters): montags, 12.00-14.00 Uhr
(Sprechzeiten während der vorlesungsfreien Zeit nach Vereinbarung)

 

Lehrangebot im Sommersemester 2017

Sehen – Zeichnen – Erkennen. Zeichnen im Museum

„Zum Theil sind meine kunsthistorischen Studien, wie Du weißt, weniger mit der Schreibfeder als mit dem Zeichenstifte gemacht. Diese bilden eine wesentliche Ergänzung meines Geschriebenen.“ Franz Kugler an Jacob Burckhardt

Neben der schriftlichen Erfassung von Daten nutzten Kunsthistoriker wie Jacob Burkhardt, Wilhelm Bode und Ludwig Justi ebenso wie die Naturwissenschaftler Alexander von Humboldt und Ernst Haeckel die Zeichnung als Notationsverfahren. In der Handzeichnung werden der Gegenstand und dessen subjektive Wahrnehmung sogleich mitnotiert, so dass die Zeichnung einen dokumentarischen und einen subjektiven Zugriff auf das beobachtete Phänomen leistet.

Beim Zeichnen im Museum, in der Abguss-Sammlung Berlin und in verschiedenen Stadträumen wird die Kulturtechnik des Zeichnens als mnemotechnisches Instrument selbst erfahren und reflektiert. Durch das Führen eines zeichnerischen Notizbuches werden Blick und Wahrnehmung geschult.

Buch – Druck – Werkstatt. Technik und Geschichte des Buch- und Bilddruckes

„Mehr als das Blei in der Flinte hat das Blei im Setzkasten die Welt verändert.“

Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799)

Ein Buch ist ein Gebilde aus Wort und Bild, Papier und Farbe, Leim und Faden, Hand und Geist. Schrift und Bild treten in Korrespondenz und wirken wechselseitig aufeinander.

Material und Form werden im Verfahren des Hochdrucks erkundet und im Prozess des Druckens werden Technik und Geschichte des Buch- und Bilddruckes demonstriert und exemplarisch erprobt. Gemeinsam erarbeiten die Teilnehmer ein Buch, das abschließend in einer Ausstellung zur Langen Nacht der Wissenschaften entsprechend präsentiert wird.

Lange Nacht der Wissenschaften (24. Juni 2017)

DRUCKEN IST EIN ABENTEUER

(HAP Grieshaber)

Präsentation der studentischen Buch-Druck-Werkstatt sowie praktische Demonstration des Hochdruckverfahrens mittels einer historischen Kniehebelpresse im Rahmen des Seminars für künstlerisch-ästhetische Praxis im Atrium des Pergamonpalais.

Informationen unter: https://www.langenachtderwissenschaften.de/