Durchblick! Digitale Erschließung der historischen Glasdiasammlung des IKB

Durchblick! Digitale Erschließung der historischen Glasdiasammlung des IKB

Antrag Förderung Digitalisierung von Kulturgut_IKB

Vorhaben und Gegenstand

Die Mediathek des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte der HU besitzt neben einer Sammlung historischer Fotografien einen großen Bestand an Diapositiven, der – bislang praktisch unerschlossen – nunmehr online zugänglich gemacht werden soll. Diese Lehrsammlung eines traditionsreichen kunsthistorischen Universitätsinstituts, bestehend aus zwischen ca. 1890 und 1980 hergestellten Glasdias im Format 8,5 x 10cm ist auch hinsichtlich ihres Umfangs von etwa 65.000 Stück herausragend. Einerseits spiegelt die Sammlung Interessensschwerpunkte großer, an der Berliner Universität tätiger Fachgelehrter wie Heinrich Wölfflin, Adolph Goldschmidt, Wilhelm Pinder und Richard Hamann wider, andererseits repräsentiert sie den gesamten, an der Universität über Jahrzehnte hinweg geformten Kanon der Kunstgeschichte, der inzwischen auch zu allgemeinem Bildungsgut geworden ist (weitere Informationen zur Sammlung der Mediathek siehe hier).

Online-Zugang (im Aufbau!)

Team Durchblick! Georg Schelbert, Tessa Smith, Léonie Cujé, Sonja Kirschning (Foto: Selfie)

Team

Projektleitung: Georg Schelbert
Mitarbeiterinnen: Léonie Cujé, Sonja Kirschning, Tessa Smith

Wie gehen wir vor?

Der große Umfang und der Umstand, dass eine Lehrbildsammlung dieser Art stets einen erheblichen Anteil an Serienprodukten (Agenturware) und Reproduktionsaufnahmen (Fotografien von Fotos und Buchillustrationen) enthält, schließen eine komplette Digitalisierung in hochauflösender Qualität aus. Umso mehr interessieren bei diesem Gegenstand jedoch die Beschriftungen und andere Merkmale der Objekte selbst. Daher wurde für dieses Projekt ein Aufnahmeverfahren konzipiert, das es erlaubt, die gesamte Sammlung in vergleichsweise kurzem Zeitraum vollständig bildlich zu erfassen und praktisch alle weiteren Bearbeitungsschritte auf dem Weg zu einer vollständigen Katalogisierung in digitale Arbeitsumgebungen zu verlegen.

Mit einer klassischen – mit einer über einen Computer gesteuerten 36 Megapixel-Digitalkamera versehenen – Reproanlage, werden die Diapositive so aufgenommen, dass sowohl Beschriftungen als auch das eigentliche Bild gut wiedergegeben werden. Sobald ein Drittel des Bestands erfasst ist, wird das Bildmaterial – versehen mit einer offenen Lizenz – online gestellt.

Parallel zur fotografischen Erfassung werden die Diapositive im kombinierten Einsatz verschiedener Methoden auch inhaltlich erschlossen. Da davon auszugehen ist, dass es sich bei den Inhalten überwiegend um kanonische Gegenstände der Kunstgeschichte handelt und außerdem bereits andere, ähnliche Diabestände digital erschlossen sind, steht programmatisch die Erschließung durch die Identifizierung mit vorhandenen Datenbeständen im Vordergund. Neben automatisierten Bild- und Schrifterkennungsverfahren sollen vor allem abgestufte Crowd-Sourcing-Strategien entwickelt werden. Unter Einsatz von Normdaten und anderer autorisierter Referenzen sollen sowohl FachkollegInnen und Studierende innerhalb und außerhalb der Humboldt-Universität, als auch eine breitere Öffentlichkeit die Möglichkeit erhalten, an der Erschließung der Bildinhalte mitzuwirken. Die im Rahmen des Projekts ausreichend mit Metadaten versehenen Datensätze werden entsprechend den Richtlinien der Servicestelle Digitalisierung auch in der Deutschen Digitalen Bibliothek veröffentlicht.

Förderungdigis

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Im Rahmen des Förderprogramms 2016 der Servicestelle für Digitalisierung (digis) erhält die Mediathek des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte Personalmittel für die Digitalisierung und die inhaltliche Erschließung. Die Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität stellt eine Anschlussförderung zur Fertigstellung der Digitalisierung im ersten Tertial 2017 zur Verfügung.
Die Aufnahmegeräte konnten im Rahmen des Investitionsmittelprogramms der Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät 2015 neu erworben werden.

Aktueller Stand und nächste Schritte

  • Januar – März: Anschaffung der Arbeitsgeräte, Ausschreibung und Einstellung des Mitarbeiterteams
  • April: Die Aufnahmeanlage ist in Betrieb genommen, Workflows zur Handhabung und Aufnahme der Dias sind in der Erprobung.
  • Mai: Produktion von Aufnahmen. Weiterverarbeitung der Bilddateien: Herstellung von Einzeldateien und Einspeisung in die online-Datenbank (derzeit ca. 1200 Stk. pro Woche).
  • Juni: Die ersten 5000 Aufnahmen sind in der online-Datenbank imeji hochgeladen. Da noch Metadaten noch weitgehend fehlen, sind sie noch nicht frei zugänglich.
  • Juli: Wir haben seit der letzten Juliwoche rund 12.000 Aufnahmen online und fangen jetzt auch mit der Metadateneingabe an. Das wird allerdings langsamer vorangehen…
  • August: In der zweiten Augusthälfte waren 500 Datensätze mit Metadaten versehen. Gleichzeitig werden in unverändertem Umfang weiter Bilder aufgenommen.
  • Oktober: Einrichtung von Social Media Accounts (twitter, instagram: @arthistslides); Freischaltung des ersten Datenkontingents (vorläufige Präsentation).
  • November: Die Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät der Humboldt-Universität stellt eine Anschlussförderung zur Fertigstellung der Digitalisierung im ersten Tertial 2017 zur Verfügung.
  • Dezember: 30.000 Aufnahmen sind online, davon sind 1000 Datensätze mit Metadaten versehen. Die ersten Datensätze werden in die prometheus-Datenbank übernommen.
  • Januar: Die Digitalisate sind offen zugänglich. Die Digitalisierung soll bis Juni 2017 vervollständigt werden. Die Eingabe von Metadaten wird kontinuierlich fortgesetzt.

Präsentationen des Projekts

  • 8.2.2016: digis Start-Meeting, FU-Berlin, Zuse Institut Berlin
  • 9.6.2016: digis Halbzeit-Meeting, FU-Berlin, Zuse Institut Berlin
  • 24.6.2016: Digital Humanities-Rundgang des ifDHb, FU-Berlin, Zuse Institut Berlin
  • 13.9.2016: digis Jahrestagung ‚Potential: Kultur gut digital‘, FU-Berlin, Zuse Institut Berlin
  • 11.10.2016: Berliner Herbsttreffen zur Museumsdokumentation, FU-Berlin, Zuse Institut Berlin
  • 13.10.2015: ‚In, über, unter, jenseits und dazwischen – Ebenen digitaler Bilder‘, Tagung zum 15-jährigen Bestehen von prometheus, Universität Köln
  • 24.-30.10.2016: Open Access Week Berlin, Posterausstellungen, Freie Universität: Silberlaube, Habelschwerdter Allee 45, Foyer vor dem Hörsaal 1b (KL-29), Technische Universität: Universitätsbibliothek, Fasanenstraße 88; Humboldt-Universität: Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Geschwister-Scholl-Straße 1/3

Organisation

Projektlaufzeit 1.1.2016 – 31.12.2016, Anschlussphase 1.1.2017 – 30.6.2017.
Projektleitung: Dr. Georg Schelbert
MitarbeiterInnen: Léonie Cujé, Sonja Kirschning, Tessa Smith
Mit Unterstützung durch Simon Kwauka, IT-Adminstration des IKB
Kontakt: georg.schelbert@hu-berlin.de

Weitere Informationen auf dem Mediatheks-Wiki