Professur für Kunstgeschichte Osteuropas

Professur für Kunstgeschichte Osteuropas

 


Prof. Dr. Michaela Marek (22. August 1956 – 24. September 2018)

Die Mitglieder der Professur für Kunstgeschichte Osteuropas trauern um Prof. Dr. Michaela Marek. Der Verlust bleibt unfassbar.

Nachruf…


AKTUELL

über sehen – bronzeportraits aus dem kunstarchiv beeskow

Eine Ausstellung in drei Teilen von Studierenden des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte in Kooperation mit dem Kunstarchiv Beeskow und mit Fotografien von Barbara Herrenkind.

Foyerausstellung Berlin, Georgenstraße 47: 4. Juni bis 12. Juli 2019
Sonderausstellung im Kunstarchiv Beeskow: 4. Juni bis 22. September 2019
Online: 4. Juni bis 15. August 2019


 

Prof. Dr. Katja Bernhardt vertritt die Professur.

Das Lehr- und Forschungsgebiet der Professur für die Kunstgeschichte Osteuropas umfasst geographisch die östlichen Teile Mitteleuropas (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Baltikum, ehemalige DDR) ebenso wie Russland und die weiteren Länder der ehemaligen Sowjetunion sowie Südosteuropa. Das Augenmerk gilt sowohl spezifischen Ausprägungen künstlerischer Phänomene in der so umrissenen Region als auch den traditionell engen Verflechtungen mit der Kunstgeschichte in anderen Teilen Europas und darüber hinaus. Damit ermöglicht die Professur als eine von wenigen universitären Standorten eine integrale Sicht auf die Pluralität künstlerischer und kultureller Dynamiken in Europa.

Das Lehrangebot der Professur bietet einen Einblick in die vielfältigen künstlerischen Entwicklungen in Osteuropa in einem epochenübergreifenden Bogen vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Kunst. Vergleichende und beziehungsgeschichtliche Perspektiven werden stets kombiniert. Zentral ist im Sinne des Area Studies-Ansatzes die Auffassung der exemplarisch behandelten Gegenstände als Artikulationsform kultureller Prozesse (Ideengeschichte, Religions-, Politik-, Gesellschaftsgeschichte). Dabei findet immer auch die kritische Reflexion der Disziplin selbst Eingang in die wissenschaftliche Erörterung.

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen
Constance Krüger M.A.

Sekretärin
Ute Eggert

Studentische Hilfskräfte
Alona Dubova
Ana Nasyrova

 

Internationales Doktorandenforum Kunstgeschichte des östlichen Europas

Forschungsprojekt: Asymmetrische Kunstgeschichte

Osteuropa in Berlin

Die Seiten, auf die nachstehend verlinkt wird, bieten eine Übersicht über Lehrveranstaltungen in Berlin mit einem Fokus auf der Kunst- und Kulturgeschichte Ost- und Ostmitteleuropas in epochenübergreifender und interdisziplinärer Perspektive. Unter „Werkzeuge zum Studium“ sind nützliche Hinweise zum Spracherwerb, zur Literaturrecherche, zu Fördermöglichkeiten, ausländischen Studienorten und Forschungsinstitutionen zu finden.

Werkzeuge zum Studium

 

Aktuelle Publikationen

Krista Kodres /Kristina Jõekalda / Michaela Marek (Eds.): A Socialist Realist History? Writing Art History in the Post-War Decades

Erschienen im Böhlau Verlag

How did the Eastern European and Soviet states write their respective histories of art and architecture during 1940s–1960s? The articles address both the Stalinist period and the Khrushchev Thaw, when the Marxist-Leninist discourse on art history was „invented“ and refined. Although this discourse was inevitably „Sovietized“ in a process dictated from Moscow, a variety of distinct interpretations emerged from across the Soviet bloc in the light of local traditions, cultural politics and decisions of individual authors. Although the new „official“ discourse often left space open for national concerns, it also gave rise to a countermovement in response to the aggressive ideologization of art and the preeminence assigned to (Socialist) Realist aesthetics.

Erschienen: 2019

 

 

Eva Pluhařová-Grigienė: Die Migration der Bilder. Das Memelgebiet in fotografisch illustrierten Büchern (1889-1991)http://www.boehlau-verlag.com/bilder/9783412505851.jpg

Erschienen im Böhlau Verlag in der Reihe Das östliche Europa: Kunst- und Kulturgeschichte, hg. von Robert Born, Michaela Marek und Ada Raev, Band 5

Obwohl es auf keiner aktuellen Landkarte zu finden ist, lebt das ehemals zu Ostpreußen, nun zu Litauen und der Russischen Föderation gehörende Memelgebiet bis heute fort. Als Destination für Reisen und Erinnerungen erfreut es sich beständiger Beliebtheit. Ungeachtet der historischen Brüche spielen Fotografien aus der Vorkriegszeit bei diesem Prozess eine zentrale Rolle: Immer wieder reproduziert, laden sie nicht nur zum touristischen Besuch ein, sondern gestalten auch Vorstellungen von Geschichte. Wie erklärt sich aber dieses Nachleben der Bilder? Im Vergleich deutscher, litauischer und (sowjet-)russischer illustrierter Veröffentlichungen beleuchtet die Autorin die Strukturen der visuellen Wissensvermittlung zur Region.

Erschienen: 2017

Susanne Kimmig-Völkner, Eva Pluhařová-Grigienė und Kai Wenzel (Hg.):
Gestaltungsräume. Studien zur Kunstgeschichte in Mittel- und Ostmitteleuropa.
Festschrift zu Ehren von Prof. Dr. Michaela Marek (Verlag Schnell + Steiner)

“Gestaltungsräume” ist das Leitthema des Bandes, der zu Ehren von Frau Prof. Dr. Michaela Marek erscheint. Die thematische Spannweite der enthaltenen Beiträge ihrer Schülerinnen und Schüler reicht von den spätmittel-alterlichen Bildkünsten bis zur zeitgenössischen Archi-tektur, von der Geschichte des Faches bis zu dessen Methodik. Der topografische Schwerpunkt liegt dabei auf den Regionen Mittel- und Ostmitteleuropas. In dieser Vielfalt bildet sich der weite Horizont ab, den Michalea Mareks kunsthistorische Forschung und Lehre auszeichnet. Die Kategorie des Raumes, seine physische Existenz und sinnliche Erfahrbarkeit, gleichermaßen aber auch der Raum als soziales Konstrukt bilden eine Konstante des Bandes. Die Autorinnen und Autoren zeigen, dass den Bildkünsten und der Architektur zu allen Zeiten die Rolle zukommt, Konstituenten und Medien des Raumes zu sein – eine kunsthistorische Perspektive, die in den verschiedenen Fragestellungen immer wieder neu diskutiert wird.

Inhaltsverzeichnis

Erschienen: 2017

 

Michaela Marek und Eva Pluhařová-Grigienė (Hg.): Baroque for a wide public

Online: Jounal of Art Historiography (Number 15 December 2016)

Erschienen: 2016

 

Katja Bernhardt: Stil – Raum – Ordnung. Architekturlehre in Danzig 1904-1945978-3-7861-2714-7

humboldt-schriften zur kunst- und bildgeschichte
Band XIX, hg. v. Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin

Danzig war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Seismograf des fragilen nationalpolitischen Gleich-gewichtes in Mitteleuropa. Hierdurch hoch sensiblisiert und vom reichen baulichen Erbe der Stadt und der Region inspiriert formte sich an der Architekturabteilung der Technischen Hochschule Danzig eine eigenständige Auffassung von Architektur heraus, in der die Lehre der “raumkünstlerischen Entwicklungsgeschichte” in das Zentrum der Ausbildung gestellt wurde. Das Konzept wurde zu einem architekturhistorischen Deutungsmodell weiterentwickelt, mit Hilfe dessen die Überlegenheit deutscher Kultur bewiesen werden sollte. Dieser argumentativen Vereinnahmung des Ostens folgte dessen reale Besetzung. Argumentative Rückendeckung lieferte nicht zuletzt die nationalsozialistische Raumplanung, in die die Danziger Architekturabteilung eingebunden war. Die Studie zeichnet die Dynamik dieses Diskurses in den Schriften seiner Protagonisten kritisch nach und untersucht anhand ausgewählter Beispiele die Übertragung der Theorie in die Praxis.

Erschienen: 2015